Erste Studie zur Hippotherapie gestartet

Montag, 23. November 2009 19:44

hippoteam 2 ac (Small) In der Reithalle Rattenhaus bei Aachen gaben jetzt die Physiotherapeutin Elisabeth Wimmenauer und der Mediziner Dr. Martin Häusler den Startschuss für eine bislang einzigartige Studie in Sachen Hippotherapie. Hippotherapie ist eine physiotherapeutische Behandlungsmethode, die auf die Unterstützung eines Pferdes zurückgreift und neben den Bewegungsaspekten auch psychosoziale Faktoren durch den Kontakt zum Tier nutzt.

Obwohl die Hippotherapie schon seit Jahren eine fest etablierte Behandlungsform im therapeutischen Reiten ist, wird damit nun erstmals eine wissenschaftliche Studie die konkreten Möglichkeiten dieser Therapie anhand junger Patienten erforschen. An fünf Therapiestandorten in der ganzen Bundesrepublik (Aachen, Bielefeld, Bochum, München und Tübingen) arbeiten Mediziner mit Therapeuten und deren Pferden zusammen, um wissenschaftlich zu belegen, was die Eltern betroffener Kinder schon lange wissen: Dass die Hippotherapie die Leiden körperlich behinderter Kinder lindern kann.
Die Therapeutin Elisabeth Wimmenauer betreut seit gut 23 Jahren solche Kinder und erlebt täglich aus eigener Anschauung, was die Arbeit mit Pferden bei den kleinen Patienten in Gang setzen kann: Nicht nur, dass Kindern die Therapie mit Pferden deutlich mehr Spaß macht, als eine klassische Physiotherapie: Sie fördert auch das Verständnis von Bewegung und gibt den Patienten mehr eigenes Körpergefühl. Dabei ist Hippotherapie alles andere als einfaches Kinderreiten: Denn nur gut ausgebildete Therapeuten können individuelle Trainingsprogramme für die Patienten erarbeiten und auf dem Pferd koordinieren. Eine körperlich anstrengende Therapieform, für Patienten wie Trainer.
Das Deutsche Kuratiorium für Therapeutisches Reiten (DKThR) stieß nun gemeinsam mit dem Aachener Kinder- und Jugendarzt Dr. Martin Häusler die Studie an, die konkrete und belastbare Ergebnisse zu den Therapieerfolgen der Hippotherapie bringen soll. Fünf soziale Unternehmen stellten die Finanzierung der auf mehr als ein Jahr angelegten Studie sicher, die zeitgleich an allen fünf Standorten durchgeführt, aber in Aachen koordiniert wird. Ein Ergebnis der Studie könnte sein, endlich auch Krankenversicherungen zur Kostenübernahme bei Hippotherapien zu bewegen – denn bislang müssen engagierte Eltern ihren Kindern diese Therapien noch selbst finanzieren.
Für die Studie werden bis zu 120 Kinder bei der Hippotherapie beobachtet und ihre Fortschritte kontinuierlich dokumentiert. Erste Ergebnisse sollen in knapp einem Jahr vorliegen, insgesamt wird die Ausarbeitung und Überprüfung der Ergebnisse aber rund vier bis fünf Jahre in Anspruch nehmen.
Im Rahmen der Studie können die kleinen Patienten kostenfrei an einer Hippotherapie teilnehmen. Voraussetzung ist allerdings, dass sie bislang nicht mit dieser Therapie behandelt wurden und bestimmte Krankheitsbilder vorliegen –Auskünfte hierzu gibt eine ausführliche Broschüre, die bei der Studienleitung in Aachen, bei der Reithalle Rattenhaus oder bei der Redaktion der »Pferderegion« erhältlich ist.
Im Rheinland nehmen die Therapiestätten Reithalle Rattenhaus (Eynatten/Belgien), Sonja Bruchmann (Schleiden/Eifel) und das Reittherapiezentrum Weißer Bogen (Köln) teil: dort werden – wie auch an den anderen Standorten der Studie – jeweils Gruppen von Kindern auf speziell ausgebildeten Pferden therapiert und von den Medizinern fachlich begleitet.
Im Raum Bielefeld wird die Studie vom Epilepsiezentrum Bethel betreut (Dr. T. Polster, Tel. 0521/772-78893); als Therapiezentren nehmen der Therapiehof Steffan (Stadthagen), der Reitstall Enon (Bielefeld), die Klinik Bad Oexen (Bad Oeynhausen) und der Hof Warmenautal (Sprenge) teil.
Im Raum Bochum betreut die Universitätsklinik die Studienteilnehmer (Dr. Ch. Thiels, Tel. 0234/5092631). Als Therapiestätten nehmen teil: Reitverein Ender Tal (Herdecke), AWO Dortmund (Lünen), Therapiezentrum  Peiler (Hamm), Alexianer Werkstätten (Münster) und Petra Locker (Hamminkeln).

Für die Teilnahme kommen Kinder zwischen vier und 16 Jahren in Frage, die spastische Lähmungen, motorische Störungen und Gleichgewichtsprobleme aufweisen und bislang nicht in Hippotherapie behandelt wurden. Interessierte können sich direkt mit Dr. Martin Häusler vom Aachener Klinikum in Verbindung setzen: Telefon (0241) 800

Infos zum Thema »Hippotherapie« gibt es fachkundig auch bei der Elisabeth Wimmenauer von der Reithalle Rattenhaus bei Aachen: 
Telefon (0032) 87-852807 
www.reithalle-rattenhaus.de

Protestwelle gegen "Progressive List" der FEI im Internet

Montag, 23. November 2009 16:23

No FEI! Not this way! - Nein FEI! – So nicht!!_1258975706292

Das Entsetzen über die in Kopenhagen von der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (FEI) verabschiedete "Progessive List", die das Doping im Reitsport in weiten Teilen legalisieren soll, wächst von Tag zu Tag. Im Internet ist seit gestern eine Petition freigeschaltet, in der die Unterzeichner die FEI auffordern, die den Deligierten in Kopenhagen untergeschobene Liste wieder zurückzunehmen. Unter der Domain www.no-fei.com kann sich jedermann mit seinem Namen unter die Petition eintragen.

Der Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, Breidow Graf zu Rantzau, hat mittlerweile offen ausgesprochen, dass es innerhalb der FEI zu einer Abspaltung insbesondere der europäischen Nationen kommen könne, die sich in einem eigenen Verband organisieren und durchweg ihren Protest gegen die in Kopenhagen verabschiedete "Progressive Liste" deutlich gemacht haben.

Weitere Informationen zum Gesamtgeschehen:

LVM will Sponsoring-Vertrag mit Kittel lösen

Donnerstag, 05. November 2009 17:48

bluetongue50b625fda6 Ein Pressesprecher der LVM bestätigte der Zeitung "Die Pferderegion" auf Anfrage, dass man durch zahlreiche Zuschriften verärgerter Reiter vom dem Video erfahren habe, dass seit vergangenen Woche in Reiterkreisen heftig diskutiert wird. Reporter des dänischen Senders EPONA TV hatten Kittel während der Vorbereitungen zum Dressur World Cup in Dänemark gefilmt und die Aufnahmen ins Internet gestellt.

In dem Film ist zu sehen, wie Kittel sein Pferd "Scandic" über so lange Zeit "rollkurt", bis dem Tier eine blau angelaufene Zunge aus dem Maul hängt. Insgesamt, so die Kollegen von EPONA TV, habe Kittel das Tier auf diese Art über gut zwei Stunden geritten. In dieser Zeit war er offensichtlich auch von vielen Zuschauern bemerkt worden, von denen aber niemand eingriff.

Im Gespräch mit der "Pferderegion" zeigte sich der Sprecher der LVM Versicherungen entsetzt über den Vorfall. Die LVM sei "in keiner Weise" mit Kittels Methoden einverstanden und habe ihn unverzüglich kontaktiert, um eine Stellungnahme einzufordern. Diese sei von Kittel auch in schriftlicher Form zugesagt worden. Der Sprecher betonte, dass man Kittel nicht vorverurteilen wolle; gleichwohl bewege sich der Dressurreiter angesichts der recht eindeutigen Aufnahmen "auf sehr dünnem Eis". Es sei daher "sehr wahrscheinlich", dass man den Sponsoring-Vertrag mit dem Reiter kurzfristig auflösen werde.

Nachtrag: Das Magazin “horses & sports” hat direkt mit Kittel gesprochen.

Der PSVR und die öffentlichen Gelder

Dienstag, 03. November 2009 21:06

Vorstand PSVR (Small) In Langenfeld hat vorgestern der rheinische Pferdesportverband die turnusmäßige, ordentliche Mitgliederversammlung durchgezogen und dabei nicht nur den bisherigen Vorstand entlastet, sondern auch neu im Amt bestätigt. Das wäre außer der verbandseigenen Postille vermutlich keinem eine Schlagzeile wert, wenn es nicht eigentlich erstaunlich wäre: Denn der Vorstand um den alten und neuen Präsidenten Friedrich Witte sitzt noch immer auf einer (mittlerweile immerhin geschrumpften) Bombe in Form einer Rückzahlungsforderung des Landes NRW.

Das möchte, nachdem der Landesrechnungshof bereits zu Strafanzeigen gegriffen und Staatsanwälte Hausdurchsuchungen durchgeführt haben, vom Pferdesportverband Rheinland einen Teil der Gelder zurück, die es für den Bau der neuen Landes- Reit- und Fahrschule in Langenfeld gewährt hatte. Staatsanwaltschaft und Landesrechnungshof hatten herausgefunden, dass der Auftrag entgegen aller Vergaberichtlinien ohne ausreichende Ausschreibung und mit nachträglichen Verhandlungen einem Unternehmen "regelrecht zugeschanzt" worden war, das einem Vorstandsmitglied des Pferdesportverbandes Rheinland eng verbunden war, wie der Landesrechnungshofes in seinem Bericht unter Berufung auf staatsanwaltschaftliche Ermittlungen vermerkte.

Entgegen der üblichen Schweigetaktik hatte im Juni 2008 sogar einer der neuen Geschäftsführer des Verbandes, Ilja Wassenhoven, gegenüber der Westdeutschen Zeitung eingeräumt, beim Vergabeverfahren seien "Fehler gemacht worden". Gegenüber der "Pferderegion", die den Skandal in ihrer Berichterstattung öffentlich gemacht hatte, verweigert der Verband bis heute weitgehend jede Stellungnahme.

Aber nun, man kann natürlich auch andere fragen. Zum Beispiel die Landwirtschaftskammer in Bonn, die dem Bericht des Landesrechnungshofes zufolge ebenfalls eine nicht eben ruhmreiche Rolle bei der Überwachung der Ausschreibung gespielt hatte: Eigentlich nämlich gar keine, obwohl sie als Aufsichtsbehörde über die korrekte Verwendung der Gelder zu wachen gehabt hätte. Entsprechend wortkarg gibt man sich auf unsere Anfrage, welchen Stand das Rückforderungsverfahren denn derzeit habe: Da sei nichts bekannt, und man wisse auch nicht, wann mit einer Entscheidung zu rechnen sei.

Das erklärt möglicherweise, warum sich PSVR-Präsident Friedrich Witte üblicherweise locker gibt, wenn entgegen jeder Vorsicht die Sprache doch mal auf das Thema Vergabe- und Rückforderungsverfahren kommt. Man mache sich Hoffnungen, glimpflich aus dem Verfahren herauszukommen, ließ Witte die Kollegen der Rheinischen Post wissen. Es gäbe schließlich politische Signale, dass niemand an einer Pleite des PSVR interessiert sei.

Da werden die Teilnehmer der Mitgliederversammlung erleichtert aufgeatmet haben. Wenn sie denn überhaupt kritisch nachgefragt haben. Denn zumindest bei einer Umfrage der Pferderegion unter den Vorsitzenden der dem PSVR angeschlossenen Kreisverbände wagte es keiner, zu dem Vorgang Stellung zu nehmen (außer der Stellungnahme "wir sagen nichts").

Foto: PEMAG

Rob Savelberg fragt

Dienstag, 03. November 2009 20:17

Und zwar die alte und neue Bundeskanzlerin, weshalb sie die Finanzen von 82 Millionen Deutschen einem Mann anvertraut, der schon mal 100.000 Euro in einer Schublade vergisst. Ganz großer Sport!