Wir und die WAZ

Seit unsere Zeitung, “Die Pferderegion”, im Jahr 2005 gegründet wurde, wird sie beim Dresdner Druck- und Verlagshaus (DD+V) hergestellt. Es wäre sogar richtig zu sagen, dass DD+V am Zustandekommen dieser Zeitung einen nicht unerheblichen Anteil hatte: Zum einen, weil man uns dort damals vom Zeitungsformat an sich überzeugte, zum anderen, weil DD+V uns seitdem und bis heute durch viele Schwierigkeiten hindurch stets den Rücken freigehalten hat.

Es hat in diesen mittlerweile drei Jahren viele Versuche anderer, teils großer, Zeitungshäuser gegeben, den Druckauftrag für die Pferderegion zu übernehmen. Mit 30.000 Exemplaren monatlich sind wir kein ganz kleiner Fisch mehr, dazu technisch weitgehend unproblematisch zu produzieren.

Eine der ersten Druckereien, die einen solchen Versuch unternommen hat, war das Druckhaus der WAZ-Gruppe in Essen. Der zuständige Vertriebsleiter, der sich uns als begeisterter Western-Reiter vorstellte, hatte unsere Zeitung auf einem Event am Niederrhein kennengelernt und hoffte auf eine Chance, die “Pferderegion” könne fortan vielleicht im Ruhrgebiet, und nicht mehr in Dresden gedruckt werden. Dieser Versuch war durchaus nicht aussichtslos, denn neben den unbestreitbaren Vorteilen, die ein standortnaher Druck auch für uns gehabt hätte, gilt das WAZ-Druckhaus durchaus als kompetent und solide – auch das konkrete Druckangebot ließ sich in jeder Hinsicht sehen.

Ich habe damals aus einer ganzen Reihe von Gründen anders entschieden, und keiner hatte mit der WAZ-Gruppe als solcher zu tun. Auch deshalb wohl hat das Druckhaus der WAZ vor kurzem einen neuen Anlauf übernommen, DD+V den Druckvertrag abzujagen.

Und wieder habe ich abgelehnt, aber diesmal (auch) aus Gründen, die durchaus mit der WAZ-Gruppe zu tun haben.

Denn mit wachsendem Ärger verfolge ich seit einiger Zeit, was bei der WAZ passiert. Die Beerdigung des bisherigen “WAZ-Modells”, das vier eigenständige Zeitungen vorsah, wird meiner Meinung nach nicht nur der Presselandschaft im Ruhrgebiet schaden. Zwar kann man sicher darüber streiten, ob das, was die WAZ, NRZ, WR und WP täglich produzieren, auch bislang gelebte Presse-Vielfalt war. Aber die verlegerische Entscheidung, die mögliche Vielfalt jetzt nochmals systematisch einzuschränken, ist eine dramatische Entwicklung. Sie ist verlegerisch und gesellschaftlich falsch. Nach meiner Meinung stehlen sich die Eigentümer-Familien der WAZ-Gruppe damit aus ihrer Verantwortung für das Pressewesen und – nicht zuletzt – durch die Art der Umsetzung auch aus der Verantwortung für ihre Redaktionen und Mitarbeiter.

Sie sind damit leider nicht alleine. So ist das Dresdner Druck- und Verlagshaus eine 60-prozentige Tochter des Verlagshauses Gruner und Jahr, das gerade seine Wirtschaftstitel Financial Times Deutschland, Capital, Impulse und Börse Online in Hamburg konzentriert und zu diesem Zweck zunächst mal sämtlichen Redakteuren gekündigt hat.

Über die Vorgänge bei der WAZ-Gruppe informiert auch laufend das Weblog Medienmoral-NRW.

November 28, 2008

“Wenn Sie die Kommunikationsherrschaft nicht haben, sind Sie immer Verlierer”

Mit diesem Satz wird DFB-Präsident Theo Zwanziger zitiert, und offensichtlich möchte einer der höchsten Repräsentanten des deutschen Sports nun zeigen, wie man diesen Satz auch verstehen kann. Wenn man nicht der Verlierer sein will.

Zwanziger hat eine Diffamierungskampagne gegen den freien Sportjournalisten Jens Weinreich losgetreten, der in einem Weblog-Eintrag geschrieben hatte, Zwanziger sei ein “unglaublicher Demagoge”. Nachdem Zwanziger sich in zwei Anläufen gerichtlich bescheinigen lassen musste, dass er diese Formulierung zu Recht ertragen muss, versucht man nun, Weinreich zu diskreditieren.

Es ist wirklich unfassbar.

November 15, 2008

Die “Deutsche Quarter Horse Association” sagt “Danke”

Und zwar für einen Beitrag in unserer Zeitung, den sie vermutlich nie gelesen hat. Das ist zwar einerseits nett, andererseits wohl nicht übertrieben persönlich gemeint:

“Die Resonanz auf unser Turnier war in diesem Jahr überwältigend.
Mit Sicherheit hat auch Darstellung in Ihrem Medium zu einer erfolgreichen Q8 beigetragen.”

Dazu muss man wissen, dass wir für unseren Vorabbericht natürlich nicht den ohnehin eher spät eingetrudelten PR-Text der DQHA-Agentur verwendet haben, sondern durchaus kritisch auf vergangene Veranstaltungen verwiesen haben – die zwar von den Veranstaltern ebenfalls beklatscht, beim Publikum aber streckenweise naserümpfend aufgenommen wurde. Denn eine Albert-Vahle-Halle macht bekanntlich noch keine gute Veranstaltung.

Aber da sich für kritische Berichterstattung eher selten jemand bedankt, ist uns das Schreiben der DQHA natürlich recht. Danke!

November 13, 2008

Von der Angst vor Konkurrenz

Heute mittag ein empörter Anruf bei unserer Regionalvertretung in Goch: Ein Reitsporthändler in Kleve möchte nicht mehr mit der “Pferderegion” beliefert werden, weil wir in der vergangenen Ausgabe eine Anzeige seines Konkurrenten, des neuen Krämer MEGA STORE in Neukirchen-Vluyn, akzeptiert und redaktionell über diese Geschäftseröffnung berichtet haben.

Wir nehmen solche Anrufe zwar einerseits ernst, andererseits aber auch mit einem gewissen Kopfschütteln hin. Wir bekommen jeden Tag von Händlern bestätigt, dass die Zeitung für ein Kunden ein starkes Motiv für einen Besuch im Laden ist und in der Regel haben wir mehr Diskussionen darüber, dass Händler gerne mehr Exemplare hätten, als wir Ihnen zur Verfügung stellen können. “Die Pferderegion” ist auch am Niederrhein gut verbreitet und nun wird sie eben in allen anderen Reitsportläden, rund um diesen Händler in Kleve zu haben sein. Wo da die geschäftliche Logik liegen könnte, werden wir wohl nicht erfahren.

Wenige Minuten vorher erreicht uns witzigerweise eine E-Mail des Krämer-Geschäftsführers Frank Schmeckenbecher, dass er – anders als in früheren Zeiten – gegen eine Auslage unserer Zeitung im MEGA STORE nichts mehr einzuwenden habe:

“Unsere Einstellung hat sich etwas gewandelt.”

Geschäftlicher Erfolg ist eben manchmal auch eine Frage der inneren Gelassenheit.

November 13, 2008

Etwas ganz neues von der Bank

Manchmal ist es wirklich depremierend, wenn man von einer Bank, die sich in der einen Sekunde als sympathischer und engagierter Partner zeigt, in der nächsten Sekunde für dumm verkauft wird.

Unsere Hausbank hat sich das heute morgen erlaubt. Zuerst hat sie ein kleines Problem mit unserem Banking-Zugang schnell und unkompliziert gelöst, direkt anschließend wollte man uns dann aber ein Geschenk machen, das anschließend schön teuer gekommen wäre.

Zwar nehmen wir ihn nie in Anspruch, aber: der Dispo-Rahmen auf unserem Geschäftskonto sei doch für ein Unternehmen wie unseres viel zu klein, da müsse mehr her. Die Bank sei bereit, mal eben rund das 25-fache einzuräumen – ohne lang Reden oder schriftlichen Antrag, auch keine Unterlagen oder Sicherheiten brauche es dafür.

Da soll man, angesichts der Finanznachrichten in den letzten Wochen, nicht hellhörig werden. Und tatsächlich: Nach zweimal Rückfragen räumt der Filialleiter dann umständlich ein, dass an dem freundlichen Angebot eine nicht unerhebliche Jahresgebühr hängt, die auch dann fällig wird, wenn der Überziehungskredit gar nicht in Anspruch genommen wird. Dass für den dann auch noch schlappe 13,5 Prozent Zinsen fällig werden sollen, ist dann auch keine Überraschung mehr.

Wir haben also dankend abgelehnt. Und werden das nächste Mal, wenn es “da etwas ganz Neues” gibt, vermutlich ablehnen, ohne uns das Angebot zu Ende anzuhören.

November 13, 2008