Ahlmann wehrt sich, sieht aber blass aus

Es gehört inzwischen zu den üblichen Ritualen im Leistungssport, dass nach positiven Doping-Proben ein „entsetzter“ Sportler vor die Presse tritt, der „aus allen Wolken“ gefallen und ersteinmal sehr grundsätzlich „überrascht“ ist. So auch Christian Ahlmann an diesem Sonntag, als er in seiner Heimatstadt Marl vor die Presse tritt. Er tut es gerade noch rechtzeitig vor dem Ende der Olympischen Spiele in Peking, noch so eben, bevor der Tross der Funktionäre und Fachjournalisten wieder zurück nach Deutschland kommt.

Die Fernsehbilder, die am Abend von dieser Pressekonferenz über die Bildschirme flimmern, machen niemanden schlauer. Ahlmann hält eine Dose in die Kamera, auf der „does not test positive“ zu lesen ist und irgendwie ist seinem Gesicht die Hoffnung zu lesen, das werde doch jetzt vielleicht die Frage nach dem Warum und Wieso bereinigen. Aber auch Ahlmann weiss, dass diese Hoffnung trügt.

Absehbar wird sich die Pferdewelt nun mit ihm beschäftigen, nachdem die deutschen Springreiter ohne Medaille aus Peking abreiten mussten. Nicht Ahlmanns Schuld, aber wenn es an positiven Themen fehlt, dann reibt man sich am Vorwerfbaren. Ludger Beerbaum ließ sich in Berichten aus Peking vernehmen, alle müssten sich nun mal an die eigene Nase fassen: Die Reiter, die Funktionäre, die Organisatoren – in welcher Hinsicht, das blieb ungesagt. Und was gäbe es da auch schon zu sagen: Denn schließlich besteht ja jeder Sport aus den Menschen, die ihn betreiben.

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