Amtsgericht Köln, neun Uhr.

An einem Montag um neun Uhr im Kölner Amtsgericht sitzen zu müssen, ist sowas wie Höchststrafe. Denn um diese Zeit möchte auch der Rest des Rheinlands den Autobahnring und die Straßen Richtung Innenstadt benutzen. Der Rechtsanwalt der Gegenseite kann zu Fuß zum Gericht gehen. Meinen drei Wochen zuvor gemachten Vorschlag, die Sache schriftlich entscheiden zu lassen, hatte er noch empört abgelehnt, so dass also verhandelt werden musste.

Um so größer die Überraschung, dass ich dann doch mit dem Richter alleine war. Vielleicht hat dem Kollegen dann doch gedämmert, dass seine Mandantin mit der ungenehmigten Veröffentlichungen von Druckwerken im Internet nicht ganz so auf der sicheren Seite ist, wie er in seinen Schriftsätzen behauptete. Der Richter jedenfalls fand an der Klage nichts auszusetzen und so konnte ich nach 30 Minuten mit einem Versäumnisurteil von dannen ziehen.

Auch wenn mir eine schriftliche Entscheidung und deshalb eine Stunde Schlaf mehr lieber gewesen wären.