Das Doping und der Generalsekretär

In Wiesbaden liefen die Wettbewerbe in Sachen "Vermeidungsstrategien" und viele deutsche Reiter und Funktionäre, aber auch Fernsehreporter beteiligten sich daran.

Aber zunächst mal tauchte einer auf, der in den Tagen des größten Trubels nicht sichtbar war: der neue Generalsekretär der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, Sönke Lauterbach. Wen immer es auch in Sachen Doping gerade mitten ins Gesicht traf, zum Beispiel den ehemaligen Vorzeige-Springreiter Ludger Beerbaum oder Ex-FN-Präsident Hanfried Haring, Lauterbach war nicht zu sehen. In der Öffentlichkeit äußerten sich Trainer, Reiter, Kaderfunktionäre oder vor allem viele "Ex-" und "Ehemalige", nur Lauterbach schaffte es wundersam, seinen Namen aus den beeindruckend angeschwollenen Presseclippings herauszuhalten. Auch das eine Leistung, irgendwie.

Dafür meldete sich Lauterbach nun im Rahmen der letzten Wiesbaden-Prüfungen zurück, um Hanfried Haring zur Seite zu springen: Den hatte die Internationale Reiterliche Vereinigung FEI zunächst suspendiert, weil man ihm seine Unwissenheit in Sachen Doping nicht recht glauben mochte. Das sei "nicht nachvollziehbar", beschwerte sich Lauterbach, konnte zur Begründung allerdings auch nur darauf verweisen, den Ehemann von FEI-Präsidentin Haya, Scheich Mohammed Bin Rashid Al Maktoum, habe man in Sachen Doping zurückhaltender angegangen.

Während Lauterbach also munter offenen Streit mit der FEI vom Zaune bricht, rudert Dressur-Königin Isabell Werth bereits wieder zurück: Sie habe sich nie gegen ein Medikamenten-Buch ausgesprochen, ließ sie verkünden, wolle ansonsten in der "emotionalen Lage" dieser Tage hierzu keine Stellungnahme mehr abgeben. ‚Vielleicht auch besser so‘, mag sich der ein oder andere Funktionär gedacht haben, dem Werth mit ihrem unglücklichen – und live übertragenen – Auftritt auf der Veranstaltung "Quo vadis, Reitsport" in Langenfeld übel in die Parade fuhr.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.