Das Gefrierbeutel-Drama

Wir drucken jeden Monat 30.000 Exemplare der „Pferderegion„. Die Zeitungen gelangen, verteilt auf drei unterschiedliche Regionalausgaben, über inzwischen 26 Regionalbüros und rund 1.400 Verteilstationen in Westdeutschland zu den Lesern. Ein Kraftakt, jedes Mal auf’s neue, denn etwa 2/3 der Auflage müssen zu diesem Zweck nach dem Eintreffen in Bonn umverpackt und in kleine „Verteilpakete“ eingeschweist werden.

Das Verfahren hat sich bereits kurz nach Gründung der Zeitung so entwickelt. Es entstand aus der Notwendigkeit, den Reiterhöfen eine wetterfest verpackte Zeitung zu liefern, denn das Zeitungspapier ist naturbedingt empfindlich gegen Feuchtigkeit. Eher aus einem Zufall heraus kam uns damals die Idee, es mit herkömmlichen Gefrierbeuteln zu versuchen, die sich in einem Küchen-Vakuumiergerät verschließen lassen – ein Verfahren, dass sich in Folge bestens bewährte und bis heute genutzt wird: Jeder von uns belieferte Reiterhof erhält seine Zeitungen in einem 6-Liter-Gefrierbeutel der Marke „moderne küche“.

Und genau das ist das Problem.

Es hat damals rund zwei Wochen Zeit und unzählige Testkäufe erfordert, den passenden Gefrierbeutel für die „Pferderegion“ zu finden. Große, kleine, dicke, dünne, lange, tiefe, breite Gefrierbeutel und nie war der passende dabei. Denn unsere Zeitung hat nicht gerade das Format von Kleingemüse: 260 mm breit und 350 mm hoch ist die Pferderegion im geschlossenen Format, halbrheinisches Format, wie es beispielsweise auch die Hamburger Morgenpost benutzt.

Und nun finden Sie hierfür mal einen passenden Gefrierbeutel. Uns gelang dieses Kunststück im Toom-Markt in Bonn-Beuel – genau einmal. Danach waren die 6-Liter-Gefrierbeutel der Hausmarke, zu je 25 Beuteln pro 99-Cent-Packung, aus irgendeinem Grund aus den Regalen des Marktes verschwunden und kehrten auch nicht wieder. Unsere Grundversorgung mit den wichtigen Plastikfolien übernahm stattdessen die Bornheimer Filiale von Toom, die uns über Monate hinweg mit größeren Mengen beliefern konnte.

Aber im letzten Jahr war auch das vorbei. Denn dann sorgte die Sortimentsbereinigung der Toom-Märkte, die eine Folge der Übernahme durch die REWE-Gruppe war, für das Aus der 6-Liter-Beutel. In einem letzten verzweifelten Kraftakt gelang es uns, für knapp 500 Euro Gefrierbeutel aus dem Markt in Bornheim zu schleppen, von denen wir bis heute zehren (jeden Monat verbrauchen wir etwa 1.100 Stück der Beutel – jeder wird per Hand mit Zeitungen und Beilagen befüllt und dann einem No-Name-Vakuumiergerät für 24,- Euro zugeschweisst).

Im kommenden Monate werden unsere Gefrierbeutel-Vorräte nun aufgebraucht sein. Und vor uns steht die bange Frage, woher wir in Zukunft Gefrierbeutel mit den Maßen 300 x 460 mm bekommen. Glauben Sie nicht, bei eBay würde einem in solchen Dingen geholfen. Unsere Praktikantin Christina hat deshalb jetzt gerade den Job bekommen, den Gefrierbeuteln hinterher zu recherchieren. Da sage keiner, bei uns würde man nichts handfestes lernen.

Update: Christina ist fündig geworden. Sieht so aus, als könne der Online-Shop von Rossmann die gewünschte Tüte liefern, Testbestellung läuft. Horido!

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