Dreiste Abzocke bei Jugendlichen

Die Masche ist schon viele Jahre alt, aber scheinbar noch immer nicht außer Mode: Noch immer lässt sich mit zum Teil erfundenen Forderungen Geld verdienen, wenn nur ordentlich Druck gemacht wird.

Uns liegen erneut Fälle vor, in denen jugendlichen Handybesitzern (oder deren Eltern) plötzlich Rechnungen, Mahnbriefe und Inkassoforderungen ins Haus flattern, mit denen angebliche »Abos« für Service- oder SMS-Verträge berechnet und eingefordert werden. In den meisten Fällen haben die Betroffenen von den Firmen, die dort Beträge bis zu 300 Euro berechnen, vorher noch nie gehört. Manchmal wird schon für den Empfang einzelner, nutzloser SMS ein zweistelliger Betrag verlangt.

In den Begleitbriefen wird häufig darauf hingewiesen, es lägen »gerichtsfeste Beweise« dafür vor, dass vom Handy des Betroffenen aus bestimmte kostenpflichtige Abos für Bilder, Informationen oder Serviceleistungen gebucht oder mehrjährige Verträge abgeschlossen worden seien. Um Druck auf die Empfänger der Mahnbriefe auszuüben, wird häufig massiv damit gedroht, die Forderungen würden gerichtlich vollstreckt oder »in die Schufa eingetragen«. In praktisch allen Fällen reicht bereits ein deutliches Anwaltsschreiben, um dem Spuk ein Ende zu bereiten.

Worauf Sie achten sollten: Wenn Sie Schreiben von Firmen erhalten, deren Name Ihnen nichts sagt, ist schon grundsätzlich Vorsicht angeraten. Nur weil jemand behauptet, er habe aus irgendwelchen Gründen Geld von Ihnen zu bekommen, muss das noch lange nicht wahr sein. Besonders misstrauisch sollten Sie werden, wenn Geld für elektronisch gebuchte Dienstleistungen, also SMS-Verträge, Internet-Abos oder Call-by-Call-Verträge von Ihnen verlangt wird, ohne dass der Absender die Umstände des Vertragsschlusses konkret belegen kann.

Auch wenn kostenpflichtige Leistungen von Minderjährigen gebucht wurden, ist für die Abofallen-Betreiber meistens nichts zu holen – denn solche Geschäfte sind häufig unwirksam, wenn die Eltern nicht nachträglich zustimmen.  In Einzelfällen sollten rein vorsorglich auch Kündigungen ausgesprochen werden.

In jedem Fall aber gilt: Gar nichts tun kann teuer werden. Denn auch wenn die Forderung sachlich unbegründet ist, muss beispielsweise spätestens dann reagiert werden, wenn ein Mahnbescheid ins Haus flattert. Denn beim Erlaß solcher Mahnbescheide wird vom Gericht nicht geprüft, ob die Forderung berechtigt ist. Gegen solche Mahnbescheide sollten Sie daher im zweifel Einspruch einlegen, um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden.