Drohungen vom Fachverlag [mit Update]

Es gibt viele Gründe, warum das Bedrohen von Journalisten eine ziemlich dumme Idee ist. Einer der wichtigsten ist sicher, dass man damit eine schlechte Kinderstube offenbart ein Signal setzt, dass mit der angefragten Geschichte offensichtlich ein wunder Punkt verbunden ist. Diese Erfahrung musste bei uns zuletzt der Bonner Hundetrainer Martin Rütter machen, der dem Kollegen Florian Ditges auf kritische Fragen hin einen längeren Anwaltsbrief schicken ließ. Die darauf folgenden Recherchen ergaben ein ziemlich ernüchterndes Bild von Rütters Franchise-System "DOGS" und der Firma "Mina Trading".

Der Verleger Thomas Sagkob hat sich gestern als ähnlich kluger Kommunikator gezeigt. Wir haben Sagkob einige Fragen zum Zusammenschluß der Zeitungen "Pferde Fahren Sport" und "Pferd & Wagen" gestellt, nachdem sich hier bisherige Abonnenten der Traditionszeitung "Pferde Fahren Sport" gemeldet hatten. Die sind über die Art und Weise, wie sie durch den Zusammenschluß der Zeitungen nun zu Abonnenten der "Pferd & Wagen" wurden verärgert und fragen sich, ob alles mit rechten Dingen zuging.

Genau das haben wir sowohl die bisherigen Herausgeber der "Pferde Fahren Sport", die Familie Lütz in Alfter bei Bonn, als auch den neuen Herausgeber, Thomas Sagkob gefragt. Der meldete sich gestern telefonisch und eröffnete das Gespräch erstmal mit einer Drohung: Wenn bei uns etwas zu diesem Thema erschiene, werde man uns mit einer "einstweiligen Verfügung" beglücken. Die konkreten Fragen, die wir zwei Wochen vorher per Fax übermittelt hatten, hatte er nach eigenem Bekunden zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal gelesen.

Für uns erstmal ein klares Indiz, dass die Schilderungen verärgerter Zwangs-Abonnenten der "Pferd & Wagen" über ihre Erfahrungen mit dem Fachverlag Sagkob vielleicht nicht ganz abwegig sind.

Das gerade Verlage im Umgang mit Journalisten dünnhäutig sind, ist nicht selten. Das mag insbesondere im Pferdebereich daran liegen, dass dort nur selten Journalisten tätig sind – etwa ebenso selten wie es wirklich unabhängige Berichterstattung gibt. Für den Fachverlag Sagkob kann ich das bislang nicht beurteilen, aber zumindestens die Reaktion des Chefs läßt Schlimmes befürchten – der fragte nämlich auch nach, ob er denn einen Bericht wenigstens zuvor "vorgelegt" bekäme.

Die Antwort konnte er sich vermutlich aber schon denken.

[Update 2.4.2009: Der Fachverlag Sagkob hat uns nun doch eine Stellungnahme übermittelt. Über seinen Anwalt.]

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