Funkpause

Für eine Mandantin, die auf Zahlungen aus einem Pferdeeinstellvertrag in Anspruch genommen wird, habe ich eine längere Stellungnahme an die Gegenseite verfasst. Rein nach Aktenlage war damit zu rechnen, dass sich ein nachhaltiger Streit über diverse tausend Euro entwickeln würde, denn die Stallbetreiberin ist für ihre Streitsucht offensichtlich bekannt.

Erstaunlicherweise ist allerdings diesmal bereits nach dem ersten Schreiben Schluß. Der Anwalt der Gegenseite hat bereits seit Wochen nicht mehr von sich hören lassen, obwohl die Stellungnahme ausdrücklich angekündigt war – “sobald ich mit meiner Mandantin gesprochen habe”. Da drängt sich der Gedanke auf, dass die Stellungnahme deshalb nicht erfolgt, weil der Kollege mit seiner Mandantin gesprochen hat.

Denn dabei wird er ihr auch von der nicht unerheblichen Schadenersatzforderung erzählt haben, die ich für den Fall in Aussicht gestellt habe, dass wir uns um die Einstellkosten tatsächlich streiten müssen. Meine Mandantin hatte den Stall nämlich verlassen, nachdem ihr aufging, dass die beständigen Krankheiten ihres Pferdes vielleicht doch mit dem verschimmelten Heu und dem durchregnenden Dach in der Boxengasse zu tun hatten.

Schade eigentlich. Die Rechtsschutzversicherung der Mandantin hatte gerade sehr umfassend Deckung erteilt.