Martin Rütter, again

Ich habe heute ein längeres Telefonat mit dem Pressesprecher der "Fressnapf"-Gruppe, Achim Schütz, geführt. Es diente der Vorbereitung einer Veröffentlichung über den Bonner Hundetrainer Martin Rütter, dessen gemeinsame Firma mit der Fressnapf sämtlichen 23 Mitarbeitern zum Ende dieses Monats gekündigt hat.

Wir haben über dieses Thema bereits in der "Pferderegion" geschrieben und insbesondere auch über die ziemlich uncoole Reaktion von Rütter auf kritische Presseanfragen. Auch das hat eine lange und wechselvolle Vorgeschichte.

Von Achim Schütz wollte ich nun wissen, wie die Fressnapf zukünftig mit der Dox Network und ihrem Partner Martin Rütter umgeht. Und war nach einer halben Stunde nur begrenzt schlauer. Denn die Fressnapf will sich zu den Vorgängen um die Dox Network, insbesondere wohl auch nicht zu den Fragen nach bereits 2007 aufgetauchten bilanziellen Defiziten, nicht mehr äußern.

Immerhin soviel war von Schütz heute zu erfahren: Eine Zusammenarbeit mit Martin Rütter in Sachen Hundeschulen werde es nicht mehr geben.

Das klingt soweit unspektakulär, wirft aber neue Fragen auf: Denn auch wenn die Fressnapf damit nun einen deutlichen Schlußstrich unter das Thema Hundeschulen zieht, taucht der Name der Dox Network GmbH (deren Website zwischenzeitlich gelöscht wurde) nach wie vor im Umfeld von Martin Rütter auf. So werden gleich bei mehreren Standorten Allgemeine Geschäftsbedingungen der DOX Network GmbH präsentiert.

Rütter, der mit seiner Firma MINA Trading GmbH weiter Franchisenehmer für das DOGS-Netzwerk sucht, präsentiert auf seiner Website insgesamt 45 Standorte. Was nach einer Erfolgsstory in Sachen Hundeschulen aussieht, entpuppt sich allerdings bei genauem Hinsehen als eine Art potemkinsches Dorf: Tatsächlich handelt es sich bei mindestens 20 von 45 Standorten um Duplikate. Da werden aus dem Franchisenehmer in Aachen-Herzogenrath die Standorte "Aachen" und "Herzogenrath", andere Namen tauchen gleich unter drei (benachbarten) Ortsnamen auf. Erst beim Blick auf die Karte wird diese kreative Darstellung wirklich deutlich.

Wir haben Martin Rütter heute nachmittag einen umfangreichen Fragenkatalog zu unseren Recherchen geschickt und um eine Stellungnahme gebeten. Die bisherigen Erfahrungen lassen vermuten, dass er sich damit vielleicht etwas schwer tun wird. Auch gegenüber Franchise-Interessenten scheint das so zu sein: Ein Teilnehmer des letzten Infotages von Rütter am 7. März in Bonn berichtet, kritische Fragen (z.B. zum Umzug der MINA Tradring von Erftstadt nach Bonn) seien kurz und knapp abgewehrt worden.

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