Modern Times

In der aktuellen Ausgabe des GEO-Magazins findet sich ein lesenswerter Beitrag über die New York Times (hier in gekürzter Form online zu lesen, schöner und mit Bildern in der gedruckten Fassung). Er beschreibt schön auf den Punkt, worin das momentane Dilemma der Verlagshäuser nicht nur in den Vereinigten Staaten liegt: Ihnen bricht in dramatischer Geschwindigkeit das bisherige Geschäftsmodell weg, ohne dass ihm ein neues nachkäme.

Etwa 90 Prozent seiner Einnahmen erwirtschaftet ein Verlagskonzern wie die New York Times mit dem Bedrucken von Papier. Aber immer weniger Menschen wollen dieses gedruckte Papier kaufen oder lesen – und so druckt auch das Traditionsblatt jeden Tag viele Exemplare weniger. Zum einen, weil gerade junge Menschen sich kaum noch um die bisherigen Informationsmonopole von Medien scheeren, sondern sich per Internet informieren, wo und bei wem sie wollen. Zum anderen, weil ganz generell das Internet den Zugang von Menschen zur Information so verändert hat, dass das Lesen einer Wochenendausgabe bereits anachronistisch scheint, wenn man doch aktueller, bequemer und vor allem kostenlos per Notebook oder Handy unter nytimes.com schmökern kann.

Das ist, mit gewissen Varianten, auch ein Thema für die „Pferderegion„. Wir verbreiten unsere Zeitung zwar kostenlos und müssen daher nicht zusätzlich an Kiosken um tägliche Käufer ringen. Aber das sich die Informationsgewohnheiten vieler Menschen substantiell verändern, hat zwangsläufig auch Auswirkungen auf die Frage, wie lange man noch mit einer gedruckten Zeitung Themen wird setzen können.

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