Spaß in Duisburg

Sehr amüsanter Verhandlungstermin am Duisburger Amtsgericht heute. Die Gegenseite ist nur durch eine Anwältin vertreten, die Richterin hat als Verstärkung einen Referendar dabei. Der wird sich, wenn er noch öfter solche Termine hat, vielleicht überlegen, ob es tatsächlich der Richterberuf sein muss.

Schon vorab war klar, dass die Verhandlung heute nicht zu viel führen wird – es müssen Zeugen vernommen werden, das geht erst im nächsten Termin. Die Richterin wollte aber immerhin schon mal klären, wer denn da als Zeuge aufmarschieren wird – den Schriftsätzen hatte sie nämlich bereits entnommen, dass da offensichtlich vielfältige verwandtschaftliche und geschäftliche Beziehungen bestehen. Die Liste der Namen ist lang, so ab dem vierten Zeugen kam die Sache dann langsam ins Rutschen: „Der ist jetzt der Schwager von wem ?“ – „Sind es nun drei oder vier Geschwister in der Familie? Und wer von denen ist Gesellschafter der OHG?“ – „Moment, moment, der Vater heißt genauso wie der erste Sohn? Und zu wem gehörte dann die Nichte, dann habe ich das ja vielleicht eben falsch hier notiert…“

Nach unterhaltsamen 20 Minuten, in denen die Klägeranwältin versuchte, die Beziehungen zwischen Zeugen und ihrer Mandantschaft zu erläutern, musste ich dann leider andeuten, dass die Klage vielleicht aus ganz anderen Gründen in sich zusammenfällt: Denn vermutlich hat das streitbefangene Grundstück längst den Eigentümer gewechselt und der Kläger damit keinen Anspruch mehr.

„Das hätten Sie ja vielleicht auch zu Beginn der Sitzung sagen können“, krittelte die Richterin in meine Richtung. Klar, hätte ich. Aber nur für zwei Minuten nach Duisburg zu kommen, wäre ja irgendwie auch doof gewesen.