Ventipulmin als Dopingmittel im Breitensport

Der Bundestags-Sportausschuß hat sich in seiner 76. Sitzung am 27. Mai mit Doping im Freizeit- und Breitensport beschäftigt. Und aus den Antworten der vom Ausschuss angehörten Experten lassen sich interessante Dinge herauslesen. Vorwiegend dürften sich Fragen und Antworten naturgemäß um das Humandoping gedreht haben, selbst dann, wenn es um Veterinärpräparate drehte, die vermutlich jeder Pferdebesitzer kennt.

So verweist der Sachverständige Mischa Kläber von der Technischen Universität Darmstadt in seiner Stellungnahme (PDF) zum Beispiel mehrfach und ausführlich auf das Medikament "Ventipulmin", das bei Pferden zu Bekämpfung asthmatischer Anfälle eingesetzt wird – aber auch bei Schweinen, um deren Fleich magerer zu machen. Nach Erkenntnissen von Kläber wird das Clenbuterolpräparat streckenweise auch von Freizeit- oder Breitensportlern zur Leistungssteigerung eingenommen, weil es leichter zu bekommen sei, als entsprechende Humanpräparate. Zu Recht weißt Kläber darauf hin, dass solche Mittel unter anderem in vielen Pferdeställen offen zugänglich seien und ihr Verschwinden meistens keinen besonderen Verdacht auslöst.

Die Stellungnahmen der Experten zeigen, wie verbreitet offensichtlich die "Zweckentfremdung" auch von Veterinärpräparaten ist und welche Netzwerke sich inzwischen gebildet haben, um die Beschaffung solcher Medikamente zu organisieren. Im Ergebnis ließ die Anhörung ahnen, dass Doping im Spitzensport zwar spezieller, aber nicht zwangsläufig konsequenter organisiert ist, als im Freizeit- und Breitensport.

Einen ausführlicheren Bericht zu der Sitzung, in dem auch die konkreten Fragen an die Experten samt derer Antworten zu finden sind, finden Sie im Weblog von Jens Weinreich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.