Vom Leid an und mit dem Tierschutz

Regelmäßig haben wir es im Büro der Pferderegion mit Anrufern zu tun, die uns auf vermeintliche Tierschutzfälle aufmerksam machen, und beherztes Einschreiten fordern. Regelmäßig ist das unberechtigt, und genauso regelmäßig ist es auch berechtigt. Es ist meistens irgendwie beides zusammen und das Dilemma, das daraus entsteht, führt im Büro oft zu langen Diskussionen.

Das Problem ist in vielen Fällen nicht einmal, dass die Beschwerden nicht berechtigt wären. Zwar gibt es auch viele Menschen, denen schlicht die Sachkunde fehlt, um dramatische von nicht-dramatischen Zuständen unterscheiden zu können. Aber gerade in den Fällen, in denen sich eine Meldung schon nach kurzer Überprüfung als eigentlich berichtenswert erweist, ist das tatsächliche eingreifen oder Publizieren dann oft schwierig.

Denn Tierschutzfälle kranken auf Seiten der ehrenamtlich engagierten häufig daran, dass sie nicht annähernd in dem Maße dokumentiert sind, wie dies sinnvoll und notwendig wäre. Da reicht es zwar zum Anruf bei der Zeitung, aber für das andauernde Notieren von Fakten, das systematische Sammeln von Zeugen und Bildern fehlt es dann am Schwung oder der Disziplin.

Dabei ist gerade der Aufbau chronologischer Dokumentationen eine der sichersten Methoden, Tiermißhandlern rechtlich schnell das Genick zu brechen. Nicht nur, weil sich auch Ordnungs- und Strafanzeigen so schneller und besser begründet schreiben lassen, sondern auch, weil säumige Behören beim Vorliegen solcher Dokumentationen schnell in Gefahr geraten, dass ihnen der Verzug öffentlich nachgewiesen wird.

Im Grunde gibt es daher für Menschen, die gegen konkretes Tierleid vor Ort etwas tun wollen, nur zwei wichtige Tipps:

  1. Nehmen Sie es nicht persönlich
  2. Schreiben Sie es auf.

Gerade letzteres ist viel einfacher, als viele offensichtlich glauben.

„Ich, Herbert Mustermann, habe heute, Sonntag, 1.5.2008, um 13:00 Uhr gesehen, dass das kranke Pferd von Willi Wusel nur noch auf drei Beinen stehen konnte. Meine Frau Emma kann das bezeugen.

So einfach kann das sein. Aber immer und immer wieder ist genau diese Art der chronologischen Dokumentation auch genau das, was in den Unterlagen der Tierschützer, die unser Büro erreichen, fehlt. Fragen Sie mich bloß nicht, warum – ich verstehe es nämlich auch nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.