Was macht Zeitung lesen attraktiver?

Eine Ende Oktober herausgekommene Studie (PDF) der Agentur mindline media befasst sich mit der Frage, auf welchem Wege Zeitungsverlage einen Teil der Leserschaft zurückgewinnen könnten, die in den vergangenen Jahren verlorengegangen ist. Die Antwort dürfte so ziemlich jeden klassischen Verlag interessieren, denn der Umbruch in der Zeitungsbranche hat eine Dynamik angenommen, der alles bislang erlebte überholt.

Den gedruckten Medien brechen ihre bisherigen Erlösmodelle weg, weil eben auch die Leser wegbrechen. Eigentlich gibt es nicht viel daran zu diskutieren, dass Onlinemedien – technisch gesehen – die Versorgung mit aktuellen Nachrichten weitaus besser und sinnvoller übernehmen können, als eine gedruckte Zeitung. Auch in unserer gedruckten Ausgabe stehen oft Meldungen, die zum Zeitpunkt der Erscheinung eigentlich schon zu alt sind, als dass sie das Papier wert wären – dass sie trotzdem gedruckt werden, hat also oft andere Gründe als die der Aktualität.

Aber was können gedruckte Zeitungen dann leisten, wenn nicht aktuelle Nachrichten? Und womit sollen sie ihr Geld verdienen? Über diese beiden Fragen zerbrechen sich Journalisten und Verleger in aller Welt den Kopf und es ist noch nicht viel dabei herausgekommen. Der Paradigmenwechsel, der dieser Medienwelt bevorsteht, ist bislang skizzierbar, aber eben noch nicht richtig vorstellbar. Auch die Studie von mindline media gibt hierauf keine echten Antworten, wirft aber immerhin ein paar Denkmodelle in den Ring. Danach wünschen sich zumindestens deutsche Leser

  • mehr Gratiszeitungen
  • handlichere Zeitungsformate
  • mehr lokale Nachrichten
  • mehr Aufklärung und Hintergrundinformationen

Dieses Ergebnis freut uns deshalb, weil wir zum einen immer schon eine Gratis-Zeitung waren, auf einem sehr handlichen Format erscheinen und uns mit drei Teilausgaben der Regionalität verschrieben haben. Das wird nichts daran ändern, dass auch wir uns mit dem veränderten Leseverhalten der Menschen auseinandersetzen müssen. Ein Weg wird aus unserer Sicht die Integration der „Pferderegion“ in das neuen Handels- und Dienstleistungsnetzwerk sein, für das im Augenblick die Vorarbeiten und Konzeptionen laufen. Damit geht eine stärkere Orientierung unserer Zeitung auf Service und praktischen Nutzen einher – die gedruckte Ausgabe wird andere Zwecke erfüllen, als einmal im Monat die online publizierten Nachrichten der letzten Wochen abzudrucken. Und das ist eine wirklich gute Nachricht.

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