Wieder mal: Letzte Mahnung, bla, bla, bla.

Es hat wieder mal einen Mandanten erwischt: Im Tagesgeschäft einen Moment nicht aufgepasst, flott das amtlich aussehende Formular ausgefüllt und weggefaxt und – autsch – kurz darauf erkannt, dass der Schrieb nicht vom Handelsregister kam, sondern von einer „Gewerbeauskunft“. Und die will nun annähernd vierstellige Beträge für einen angeblich geschlossenen Vertrag über ein angebliches Internet-Inserat. Und weil der Mandant nicht freiwillig zahlt, hagelt es schon kurz nach dem Absenden des Formulars Mahnungen und zweite Mahnungen und letzte Mahnungen – obwohl im Kleingedruckten so wortreich darauf hingewiesen wird, solche Mahnungen seien für „Zwangsmaßnahmen“ nicht notwendig.

Deutsche Gerichte – allen voran der Bundesgerichtshof – finden das schon lange nicht mehr lustig. Zwar ist es rechtlich noch nicht soweit, dass man die in fröhlicher Folge einlaufenden Mahnschreiben einfach in Papierkorb werfen könnte, aber mit solider Gegenwehr stehen die Chancen heutzutage gut, das mühsam verdiente Geld nicht an windige Abzocker auszahlen zu müssen.

Dass die Masche überhaupt noch funktioniert, obwohl der Trick seit Jahren bekannt und in Presse, Funk und Fernsehen regelmäßig angeprangert wird, ist eigentlich das beste Zeichen dafür, dass die von den Abzockern behaupteten Vertragsschlüsse keine sind – denn den Unterzeichnenden ist schlicht nicht klar, dass gerade versucht wird, ihnen einen kostenpflichtigen Eintrag aufzubetrügen.

Also, neue Akte. Der Mandant wird sich wehren. Mit Recht.