Die Pyramiden sehen großartig aus und trotzdem sind es Gräber.

Ein Mandant wurde gestern unangenehm daran erinnert, dass die Realität hinter Hochglanzprospekten und schillernden Websites häufig sehr banal ist – insbesondere, wenn Prospekte und Websites von Kapitalgesellschaften stammen, deren Geschäftsführer gleichzeitig noch in sehr vielen, ähnlich klingenden Gesellschaften beschäftigt sind.

Das bekannte Problem: Insolvenzgefährdete Gesellschaften sind schwer zu erkennen, erst recht für Privatkunden, die in der Recherche auf oberflächliche Aspekte beschränkt sind. Zudem ergeben sich in der Praxis viele Risiken erst aus der Kombination verschiedener Punkte – die „Kreditwürdigkeit“ eines Unternehmens ist dabei schon deshalb nur ein Aspekt, weil es sich dabei letztlich auch nur um die Einschätzung eines anderen Unternehmens handelt.

Risikobewertung sollte daher immer aus Sicht eines konkreten Mandanten erfolgen, weil auch dessen finanzielle Situation Teil der Einschätzung ist. Das beginnt bereits damit, dass die Recherche selbst schon unterschiedlich hohe Aufwände erfordert. In meiner Kanzlei spielen deshalb automatisierte Recherchen eine große Rolle, weil auf diesem Wege auch nicht finanzstarken Mandanten gut geholfen werden kann.

Im gestrigen Fall hat das Monitoring denn auch frühzeitig angeschlagen. Unmittelbar nach der Insolvenzeröffnung in den Mittagsstunden lag die Meldung hier vor, was den Mandanten zumindestens vor weiteren sinnlosen Investitionen in Zwangsvollstreckungsmaßnahmen bewahrt hat. Und die regelmäßigen Aufzeichnungen der letzten Monate werden jetzt vielleicht helfen, dem umtriebigen Geschäftsführer der Pleitegesellschaft eine Insolvenzstraftat nachweisen zu können.