Can anyone hear me?

Der immer noch in Moskau festsitzende Edward Snowden hat den 36c3 für ein paar eindringliche Worte an seine eigene Generation genutzt. Mit ein paar Sätzen aus seinem sehr lesenswerten Buch „Permanent Record“ umriss er die Entwicklung des Internets von einem Community-Tool hin zu einem durch von Kommerzialisierung und Überwachung geprägten Netz der Konzerne und Regierungen. Das, so Snowden, hätten wir alle uns durch tatenloses Zusehen selbst eingebrockt.

Aber diese Entwicklung sei nicht unumkehrbar:

And now I ask you: Is this the world should look like? How did this come to be?
We were there, we were watching. We thought, we control the system, we thought we run the system. We thought it was our internet.
But here we are. To me it feels like a hack. (...) It's our society that was hacked. (But) every hack that's performed against us can face a patch. We can hack back.
Tomorrow will be ours. Change is coming. And it's coming from people who pay attention, people who care. It will come from people like you.

Dass Snowden überhaupt Bücher schreiben und zu uns sprechen kann, hat er übrigens ganz wesentlich den Menschen zu verdenken, die ihn während seiner Flucht in Hongkong versteckt und versorgt haben — durchweg Menschen, die selbst als Flüchtlinge leben und zum großen Teil bis heute staatlicher Verfolgung auch der Hongkonger Behörden ausgesetzt sind. Auch Snowdens damaliger Anwalt Robert Tibo, der die Flüchtlinge bis heute betreut, ist in verschiedenen Ländern Repressalien ausgesetzt und hat erhebliche Schwierigkeiten, seinen Beruf noch auszuüben.

Snowdens Fluchthelfern kann man helfen und ich habe mich daran zum Jahresende — wie schon in den Vorjahren — beteiligt: fortherefugees.com