Archive for the ‘Menschen und Tiere’ Category

Schüsse auf Tauben rechtfertigen Widerruf der Waffenbesitzkarte

Wer in einem Wohngebiet auf Tauben schiesst, muss mit dem Widerruf seiner Waffenbesitzkarte und dem Erlöschen seines Jagdscheins rechnen. Dabei ist unerheblich, ob mit scharfer Munition geschossen wurde oder mit einer Platzpatrone. Diese Erfahrung musste jetzt ein zukünftiger Ex-Jäger machen, der schon in 2017 aufgefallen war, als er ein privat als Hausschwein gehaltenes Wildschwein erschossen hatte. Read On…

Gemeinnützigkeitsprüfungen der Finanzämter

Ich hatte im letzten Jahr das zweifelhafte Vergnügen, verschiedene Betriebs- und Gemeinnützigkeitsprüfungen bei eingetragenen Vereinen zu begleiten, die teilweise bis heute andauern. Aus den Verfahren seien hier zur Warnung ein paar Erfahrungen zusammengefasst.

Prüfung digitaler Daten
Während viele Vereine ihre Buchhaltungen bis heute als Papierwerk betrachten, sind die Finanzämter in diesem Punkt schon deutlich weiter. Vielen Vereinsvorständen ist nicht ausreichend klar, dass Gegenstand von Betriebsprüfungen auch die digitalen Unterlagen eines Vereins sind, die beispielsweise aus digitalen Dokumenten, E-Mails oder Buchhaltungsdatenbanken bestehen können. Insbesondere die ordnungsgemäße Speicherung von E-Mails stellt viele Vereine bis heute vor erhebliche Herausforderungen. Read On…

„Er greift meinen Hund an und pinkelt in die Ecken.“

„Guten Tag, ich habe seit fünf Monaten einen Feldhasen hier in meiner Wohnung, aber jetzt greift er meinen Hund an und pinkelt in die Ecken.“ — Der Winter ist die Jahreszeit, in der wir uns auf dem Retscheider Hof ständig mit dieser Art von Anrufen beschäftigen dürfen. Dagegen wächst kein Kraut, seit Jahren ist es unveränderte, ungeliebte Tradition.

Am liebsten würde man in solche Situationen natürlich den Rat geben, die Anrufer:innen sollten sich doch bitte erstmal selbst den Kopf vor irgendeine Wand schlagen, auch wenn es das Problem für das Tier nicht unmittelbar löst. Read On…

Wildkatzen wirklich retten

Um auf die Arbeit derjenigen Wildtierstationen in Deutschland aufmerksam zu machen, die Wildkatzen nicht am Schreibtisch retten, sondern in praktischer Arbeit an verwaisten Jungtieren oder verunfallten Patienten, hat Steffi heute eine neue Facebookseite in Betrieb genommen: Wildkatzen wirklich retten.

Solche Stationen gibt es in Deutschland nicht allzu häufig, denn die Aufzucht und Versorgung von Wildkatzen ist weder einfach noch kostengünstig. Ein Wildkatzenwelpe kostet vom Flaschenkind bis zur Auswilderung rund 1.500 bis 2.000 Euro, wenn einem aufwändige medizinische Behandlungen erspart bleiben und auf rein ehrenamtliche – also unbezahlte – Arbeit zurückgegriffen wird. Das hat vor allem mit den dramatisch teuren Futtertieren zu tun, ohne die eine gute Aufzucht und eine Vorbereitung auf das Leben in Freiheit nicht möglich ist. Diese Aufzuchtarbeit wird rein aus Spenden finanziert, es gibt keine staatliche Aufzuchtförderung in Deutschland.

In Nordrhein-Westfalen ist der Retscheider Hof in Bad Honnef die einzige Station, die sich um verwaiste Wildkatzenwelpen kümmert. Mehr dazu kann man hier erfahren.

4.500 Euro Geldstrafe und Verlust des Jagdscheins für Tötung zweier Hunde

Das Amtsgericht Augsburg hat einen Jäger zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er zwei freilaufende Hündinnen vor den Augen der Halterin erschossen hat. Das Gericht erkannte auch auf eine fahrlässige Körperverletzung in Hinsicht auf die Frau.

Der Jäger hatte vorgebracht, die Hunde immer wieder beim Jagen von Wild erwischt zu haben. Erschossen wurden die Hunde aber in einer Situation, in der sie gerade nicht ein Wildtier gehetzt haben. Jagdrechtlich ist die Schussabgabe auf Hunde aber nur erlaubt, wenn sie bei der Hatz gestellt werden und diese nicht anders zu beenden ist.

Weil die Halterin die (anlasslose) Tötung ihrer Tiere mit ansehen musste, wurde der Jäger zu einer Gesamtstrafe von 4.500 Euro verurteilt. Er wird zudem seinen Jagdschein verlieren.

Tötungsanordnung für Rinderbestand rechtmäßig

Das Verwaltungsgericht Aachen hat entschieden, dass der gesamte Rinderbestand eines landwirtschaftlichen Betriebes, der mit Rinderherpes befallen ist, getötet werden muss.

Nachdem im Mai 2019 bei einer Routineuntersuchung festgestellt worden war, dass der Rinderbestand eines landwirtschaftlichen Betriebes in der Region mit dem sog. Rinderherpes befallen war, ordnete das Veterinäramt der Städteregion Aachen mit Bescheid vom 31.05.2019 die Tötung des gesamten Rinderbestandes an. Für den Fall, dass der Betrieb der Anordnung nicht nachkomme, wurde die Umsetzung durch vom Amt beauftragte Dritte angedroht.

Nach Auffassung des Verwaltungsgerichts ist das Veterinäramt nach dem Tiergesundheitsgesetz und der Verordnung zum Schutz der Rinder vor einer Infektion mit dem Bovinen Herpesvirus Typ 1 (Rinderherpes) befugt, die entsprechende Tötungsanordnung zu erlassen. Das Tierschutzgesetz stehe der Tötungsanordnung nicht entgegen. Der Status als virusfreies Gebiet führe nach EU-Recht zwar zu Handelserleichterungen, daneben gehe es aber auch um die Vorbeugung vor Tierseuchen und den Erhalt der Tiergesundheit.

Die Anordnung sei auch wegen ihrer wirtschaftlichen Folgen nicht unverhältnismäßig. Der Schaden werde durch Schlachterlöse und Entschädigungszahlungen der Tierseuchenkasse abgefedert, wenn auch möglicherweise nicht vollständig ausgeglichen. Zudem habe sich hier das wirtschaftliche Risiko der Infektion eines ganzen Bestandes realisiert, welches ein Rinderhalter bewusst auf sich nehme.