Archiv der Kategorie: Unternehmen und Kunden

Nutzung fremder Marken zu Beschreibungszwecken

Wenn Unternehmen Zusatzprodukte, Ersatzteile oder Verbauchsmaterialien für geschützte Produkte eines anderen Herstellers anbieten wollen, stellt sich regelmäßig die Frage, ob sie bei der Bewerbung die Markennamen dieses Herstellers nennen dürfen. So auch im Fall einer Mandantin, die aus eigener Produktion Satteldecken anbietet, die auf bestimmte Satteltypen gängiger Hersteller passen. 

Die Mandantin hat entsprechend in den Produktbeschreibungen darauf hingewiesen, dass diese Satteldecken beispielsweise (nicht ausschließlich) unter Sättel der Hersteller (Name 1, Name 2, Name 3…) passen und erfuhr kurz darauf, dass einer der Hersteller Einwände gegen diese Verwendung seiner Markenbezeichnung hatte. 

Gleichwohl: Die Kundin macht nichts falsch. Denn wie der Bundesgerichtshof schon im Jahr 2005 entschieden hat, ergibt sich aus § 23 Nr. 3 MarkenG das Recht, eine solche Marke zur Beschreibung zu nutzen, sofern dies nicht in sittenwidriger Weise geschieht. 

Händlern ist in jedem Fall zu empfehlen, durch die Artikelbeschreibung ausreichend deutlich zu machen, dass es sich nicht etwa um ein Originalprodukt des erwähnten Markeninhabers handelt und die Marke nur erwähnt wird, um einem Kunden die Auswahl zu ermöglichen. 

Vorsicht: Franchisevertrag und Ausgleichsanspruch

Wenn Franchiseverträge enden, enden sie damit nicht selten auch im Streit. Ich habe Fälle erlebt, in denen sich die Beteiligten noch jahrelang mit Anwaltsschreiben und Prozessen überzogen, und nicht selten war am Ende der wirtschaftlich schwächere vollständig ruiniert. Und ja, das ist dann eigentlich immer der Franchisenehmer. Weiterlesen

Drohungen vom Fachverlag [mit Update]

Es gibt viele Gründe, warum das Bedrohen von Journalisten eine ziemlich dumme Idee ist. Einer der wichtigsten ist sicher, dass man damit eine schlechte Kinderstube offenbart ein Signal setzt, dass mit der angefragten Geschichte offensichtlich ein wunder Punkt verbunden ist. Diese Erfahrung musste bei uns zuletzt der Bonner Hundetrainer Martin Rütter machen, der dem Kollegen Florian Ditges auf kritische Fragen hin einen längeren Anwaltsbrief schicken ließ. Die darauf folgenden Recherchen ergaben ein ziemlich ernüchterndes Bild von Rütters Franchise-System "DOGS" und der Firma "Mina Trading".

Der Verleger Thomas Sagkob hat sich gestern als ähnlich kluger Kommunikator gezeigt. Wir haben Sagkob einige Fragen zum Zusammenschluß der Zeitungen "Pferde Fahren Sport" und "Pferd & Wagen" gestellt, nachdem sich hier bisherige Abonnenten der Traditionszeitung "Pferde Fahren Sport" gemeldet hatten. Die sind über die Art und Weise, wie sie durch den Zusammenschluß der Zeitungen nun zu Abonnenten der "Pferd & Wagen" wurden verärgert und fragen sich, ob alles mit rechten Dingen zuging.

Genau das haben wir sowohl die bisherigen Herausgeber der "Pferde Fahren Sport", die Familie Lütz in Alfter bei Bonn, als auch den neuen Herausgeber, Thomas Sagkob gefragt. Der meldete sich gestern telefonisch und eröffnete das Gespräch erstmal mit einer Drohung: Wenn bei uns etwas zu diesem Thema erschiene, werde man uns mit einer "einstweiligen Verfügung" beglücken. Die konkreten Fragen, die wir zwei Wochen vorher per Fax übermittelt hatten, hatte er nach eigenem Bekunden zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal gelesen.

Für uns erstmal ein klares Indiz, dass die Schilderungen verärgerter Zwangs-Abonnenten der "Pferd & Wagen" über ihre Erfahrungen mit dem Fachverlag Sagkob vielleicht nicht ganz abwegig sind.

Das gerade Verlage im Umgang mit Journalisten dünnhäutig sind, ist nicht selten. Das mag insbesondere im Pferdebereich daran liegen, dass dort nur selten Journalisten tätig sind – etwa ebenso selten wie es wirklich unabhängige Berichterstattung gibt. Für den Fachverlag Sagkob kann ich das bislang nicht beurteilen, aber zumindestens die Reaktion des Chefs läßt Schlimmes befürchten – der fragte nämlich auch nach, ob er denn einen Bericht wenigstens zuvor "vorgelegt" bekäme.

Die Antwort konnte er sich vermutlich aber schon denken.

[Update 2.4.2009: Der Fachverlag Sagkob hat uns nun doch eine Stellungnahme übermittelt. Über seinen Anwalt.]

Der Krämer ist da

Heute mittag ein Termin in Neukirchen-Vluyn, der uns schon lange vorher beschäftigt hat: An der Inneboltstraße, unmittelbar zur Abfahrt der A40 gelegen, eröffnete am Mittwoch der neuen Krämer „Mega Store“, für den auch in der „Pferderegion“ umfangreich geworben wurde.

Wie jeder neue, große Wettbewerber hat auch dieser für viele gemischte Gefühle bei den Händlern der Region gesorgt. Der Standort ist von Krämer mit Bedacht gewählt, denn das Einzugsgebiet ist riesig. Alleine sechs Filialen der P&R Reitsportmärkte in Kleve, Krefeld, Duisburg, Dinslaken, Neuss, Essen und Gronau sind davon betroffen, dazu viele kleine und mittlere regionale Reitsporthändler am Niederrhein und dem Ruhrgebiet.

Für besonderes Magenbrummen dürfte bei diesen Händlern gesorgt haben, dass das Krämer-Marketing nicht viele Möglichkeiten ausgelassen hat. Während das Pferdesporthaus Loesdau die Eröffnung seiner (deutlich größeren) Niederlassung in Erftstadt im August 2008 im Wesentlichen mit sich selbst feierte, setzte Krämer auf drei rauschende Tage im Kreise seiner Kunden.

Und die haben es gedankt: Bei meiner Ankunft heute Mittag war der Parkplatz überfüllt und der eigens angereiste Krämer-Geschäftsführer Frank Schmeckenbecher entsprechend gut gelaunt.

Ein erfolgreicher Einstand am Niederrhein, von dem man nun gespannt abwarten darf, ob er sich im nächsten Jahr so fortsetzt.

Wie Loesdau ohne Kunden feiert

Das Pferdesporthaus Loesdau hatte uns heute abend zur Eröffnung seiner neuen Filiale in Erftstadt bei Köln geladen. Das lag nahe, denn unsere Zeitung „Die Pferderegion“ ist rund um Erftstadt die größte regionale Pferdezeitung am Platz. Loesdau inseriert daher auch seit einiger Zeit in der „Pferderegion“ und nutzt die Verteilung des Blattes, die nach dem Graswurzel-Prinzip erfolgt: Über Regionalvertreter direkt in Reiterhöfe und Vereine hinein.

Um so mehr wundert es, wie Loesdau die Eröffnung feiert: nämlich ohne seine Kunden. Das „Pre-Opening“ zwei Tage vor der offiziellen Geschäftseröffnung fand im kleinen Kreise statt – geladen waren Presse, Lieferanten und vermeintliche Sport-Prominenz, aber schon ein Blick auf den Parkplatz zeigte, dass es nicht gelungen war, in nennswertem Umfang regionale Gäste zu gewinnen.

Aber vermutlich war das auch gar nicht gewollt. Denn die ganze Veranstaltung ließ erkennen, dass man sich mit den selbstgewählten Gästen durchaus wohl fühlte. Am Montag bei Ladenöffnung mit den ersten Gästen feiern? Warum denn, wenn man es heute schon nett und gemütlich haben kann und sich die gebauchpinselten Gäste in freundlichen Worten auf die neue Mega-Filiale in nichts nachstehen.