Archiv der Kategorie: Unternehmen und Märkte

Vorsicht: Franchisevertrag und Ausgleichsanspruch

Wenn Franchiseverträge enden, enden sie damit nicht selten auch im Streit. Ich habe Fälle erlebt, in denen sich die Beteiligten noch jahrelang mit Anwaltsschreiben und Prozessen überzogen, und nicht selten war am Ende der wirtschaftlich schwächere vollständig ruiniert. Und ja, das ist dann eigentlich immer der Franchisenehmer. Weiterlesen

Selbstständige Franchisenehmer können der Rentenversicherungspflicht unterfallen

Das Sozialgericht Düsseldorf hat in einer noch nicht rechtskräftigen Entscheidung darauf hingewiesen, dass alleine die Tätigkeit als selbstständiger Franchisenehmer noch nicht ausschließt, dass die Tätigkeit rentenversicherungspflichtig ist. Vielmehr liege eine Versicherungspflicht jedenfalls dann vor, wenn der Franchisenehmer keine eigenen Mitarbeiter beschäftigt und im Wesentlichen nur für einen Auftraggeber tätig ist. Weiterlesen

Wenn gestern und heute nicht unbedingt auch morgen bedeutet

In dieser Woche feiert der General-Anzeiger Bonn, für den auch ich drei Jahre gearbeitet habe, sein 125-jähriges Bestehen. Das wäre ein schönes Fest, wenn man nicht konkret befürchten müsste, dass diese Zeitung – wie viele andere auch – heute deutlich weniger Jahre vor sich als hinter sich hätte. Vor kurzem wurde bekannt, dass der Verlag verschiedene Abteilungen, darunter auch die Online-Dienste, schließt. Inzwischen wurden Mitarbeiter gekündigt, die Weihnachtszeit wird für einige die letzte Zeit bei einer Zeitung sein, die sich gerade mit einer Sonderpublikation unter dem Titel „Gestern-Heute-Morgen“ selbst bewirbt. Weiterlesen

Abmahnanwalt Urmann scheitert am Landgericht

Der Rechtsanwalt Thomas Urmann, der mit seiner Kanzlei Thomas Urmann & Collegen (U+C) wegen höchst anrüchiger Abmahnverfahren ins Gerede gekommen ist, musste neben persönlichem Ärger aufgrund einer strafrechtlichen Verurteilung nun auch eine nicht ganz unerhebliche Schlappe am vor dem Regensburger Landgericht hinnehmen.

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Starcke Leistung für das Tierheim

starckMichael Starck ist ein ziemlich cooler Typ. Wie Ingenieure häufig so sind, macht er nicht viele Worte, trägt schlichte Jacken ohne Firmenlogo und ist sichtlich stolz auf seine Arbeit. Und das als Chef einer Firma mit 400 Mitarbeitern und 52 Millionen Umsatz.

So zurückhaltend stand er heute auch dabei, als der WDR seinen – im Ergebnis ziemlich knappen – Bericht über das wahr gewordene Wintermärchen im Tierheim Troisdorf drehte. Ins Bild wollte er nicht so recht, Statement sollte auch lieber ich aufsagen, Firmenlogo und Details seien nicht so wichtig. Währenddessen schraubte gerade einer seiner Techniker die hochmoderne Brennwertheizung an die Wand und die Dachdecker rüsteten den Schornstein für die Bedürfnisse energieeffizienter Gasverbrennung auf – wie so vieles in den letzten zwei Tagen auf alleinige Kosten der Unternehmensgruppe Dr. Starck.

Wir hatten danach nicht fragen müssen. Ingenieurdenke: Wenn der Schornstein für eine moderne Heizung nicht mehr gut genug ist, wird er neugemacht. Wenn die Heizung mit modernen Reglern weniger Energie verbraucht, kommen die dran. Starck sieht nicht aus wie einer, der mit Geld rumprollt, eher wie einer, der rechnen kann. Und in Troisdorf hat er gerade gezeigt, dass ihm Kosten egal sein können, wenn er dafür geradesteht und sie mit Blick auf das Ergebnis für sinnvoll hält.

Auf einen Kaffee war Starck nach dem Drehtermin noch bei uns oben, erzählte gut gelaunt, sie hätten zwei Meerschweinchen zu Hause und der eigentliche Tierfan sei seine Cousine Nicola Müller-Starck, die neben ihm das Unternehmen leitet. Nicht mal eine Facebook-Seite habe das Unternehmen, deshalb gehe der Rummel und die große Begeisterung für die Spende der Heizung ein wenig an ihnen vorbei.

Im WDR-Bericht hieß es kurz und knapp, das Tierheim habe nun wieder eine Heizung, alle seien zufrieden und glücklich. Jepp, kann man sagen. Unser momentanes Hundehaus hat wieder eine Heizung, und das neue Hundehaus, auf das wir für 2014 alle hoffen, hat mit dieser Heizung schon ein halbes Fundament. Und deshalb wird der Satz, den ich heute im WDR nicht sagen durfte, im Troisdorfer Tierheim noch öfter zu hören sein: „Das war eine starcke Leistung“.

Vielen, vielen Dank dafür.

http://www.dr-starck.de/pages/unternehmensgruppe.php

"Sollte es mehr Beratungsangebote für Menschen in Lebenskrisen geben?"

Das fragt – vorgeblich – die Illustrierte Stern in einer E-Mail an mich, um die ich nicht gebeten habe. Die Aufforderung, zur Beantwortung dieser Frage an einer "Umfrage" teilzunehmen, verbindet das Magazin mit dem "Dankeschön": Nämlich angebliche 31 % Preisvorteil, wenn ich den Stern jetzt für 10 Wochen abonniere.

Was zeigt: Es sollte mehr Beratungsangebote für Illustrierte in Existenzkrisen geben. Dann würden sie vielleicht lernen, dass man derartig knapp denkenden Verlagsgeschäftsführern, wie Thomas Lindner nach meinem Eindruck einer ist, diese Krise zumindestens nicht überlebt.

Und, lieber Herr Lindner, mich mit "Lieber Leser" anzusprechen, macht ja auch keinen rechten Sinn. Denn wer liest schon den Stern?