Archiv der Kategorie: Unternehmen und Märkte

Starcke Leistung für das Tierheim

starckMichael Starck ist ein ziemlich cooler Typ. Wie Ingenieure häufig so sind, macht er nicht viele Worte, trägt schlichte Jacken ohne Firmenlogo und ist sichtlich stolz auf seine Arbeit. Und das als Chef einer Firma mit 400 Mitarbeitern und 52 Millionen Umsatz.

So zurückhaltend stand er heute auch dabei, als der WDR seinen – im Ergebnis ziemlich knappen – Bericht über das wahr gewordene Wintermärchen im Tierheim Troisdorf drehte. Ins Bild wollte er nicht so recht, Statement sollte auch lieber ich aufsagen, Firmenlogo und Details seien nicht so wichtig. Währenddessen schraubte gerade einer seiner Techniker die hochmoderne Brennwertheizung an die Wand und die Dachdecker rüsteten den Schornstein für die Bedürfnisse energieeffizienter Gasverbrennung auf – wie so vieles in den letzten zwei Tagen auf alleinige Kosten der Unternehmensgruppe Dr. Starck.

Wir hatten danach nicht fragen müssen. Ingenieurdenke: Wenn der Schornstein für eine moderne Heizung nicht mehr gut genug ist, wird er neugemacht. Wenn die Heizung mit modernen Reglern weniger Energie verbraucht, kommen die dran. Starck sieht nicht aus wie einer, der mit Geld rumprollt, eher wie einer, der rechnen kann. Und in Troisdorf hat er gerade gezeigt, dass ihm Kosten egal sein können, wenn er dafür geradesteht und sie mit Blick auf das Ergebnis für sinnvoll hält.

Auf einen Kaffee war Starck nach dem Drehtermin noch bei uns oben, erzählte gut gelaunt, sie hätten zwei Meerschweinchen zu Hause und der eigentliche Tierfan sei seine Cousine Nicola Müller-Starck, die neben ihm das Unternehmen leitet. Nicht mal eine Facebook-Seite habe das Unternehmen, deshalb gehe der Rummel und die große Begeisterung für die Spende der Heizung ein wenig an ihnen vorbei.

Im WDR-Bericht hieß es kurz und knapp, das Tierheim habe nun wieder eine Heizung, alle seien zufrieden und glücklich. Jepp, kann man sagen. Unser momentanes Hundehaus hat wieder eine Heizung, und das neue Hundehaus, auf das wir für 2014 alle hoffen, hat mit dieser Heizung schon ein halbes Fundament. Und deshalb wird der Satz, den ich heute im WDR nicht sagen durfte, im Troisdorfer Tierheim noch öfter zu hören sein: „Das war eine starcke Leistung“.

Vielen, vielen Dank dafür.

http://www.dr-starck.de/pages/unternehmensgruppe.php

"Sollte es mehr Beratungsangebote für Menschen in Lebenskrisen geben?"

Das fragt – vorgeblich – die Illustrierte Stern in einer E-Mail an mich, um die ich nicht gebeten habe. Die Aufforderung, zur Beantwortung dieser Frage an einer "Umfrage" teilzunehmen, verbindet das Magazin mit dem "Dankeschön": Nämlich angebliche 31 % Preisvorteil, wenn ich den Stern jetzt für 10 Wochen abonniere.

Was zeigt: Es sollte mehr Beratungsangebote für Illustrierte in Existenzkrisen geben. Dann würden sie vielleicht lernen, dass man derartig knapp denkenden Verlagsgeschäftsführern, wie Thomas Lindner nach meinem Eindruck einer ist, diese Krise zumindestens nicht überlebt.

Und, lieber Herr Lindner, mich mit "Lieber Leser" anzusprechen, macht ja auch keinen rechten Sinn. Denn wer liest schon den Stern?

P&R Reitsportmärkte heissen zukünftig „EQUIVA“

Die Franchisekette "P&R Reitsportmarkt" mit Sitz in Krefeld wird ihre Filialen in Deutschland und Österreich zukünftig unter dem Namen "EQUIVA" führen. In Österreich haben die ersten Filialen unter diesem Namen geöffnet, in Deutschland soll die Umbenennung suksessive erfolgen.

Mit der Umbenennung wechselt die Fressnapf-Tochter in Deutschland nach mehreren Jahren einen eingeführten Markennamen. Die Namensänderung geht mit einer drastischen Änderung der Optik einher: Das Erscheinungsbild der neuen "EQUIVA"-Filialen soll sich deutlich von den bisherigen "P&R"-Filialen unterscheiden. Unklar ist allerdings, ob und wann die bislang bestehenden Filialen unter der Bezeichnung "P&R Reitsportmarkt" auf den neuen Namen wechseln werden. Für diesen Namenswechsel müssen auch die Franchisenehmer der Kette gewonnen werden, der die Pläne erst vor kurzem vorgestellt wurden. Im schlechtesten Fall droht der Kette daher ein längeres Nebeneinander von "P&R" und "EQUIVA"-Filialen.

Die Umbenennung fällt in eine schwierige Phase im Reitsporthandel: durch die anhaltende Rezession sind viele Händler von Umsatzrückgängen betroffen oder haben ihr Geschäft vollständig eingestellt. Durch die Umbenennung dürfte auf die Franchisenehmer des Franchisesystems eine zusätzliche Belastung zukommen.

Während die deutsche Internetseite der "P&R Reitsportmärkte" noch keinerlei Infos zum Namenswechsel verzeichnet, ist die Seite aus Österreich auskunftsfreudiger.

Martin Rütter, again

Ich habe heute ein längeres Telefonat mit dem Pressesprecher der "Fressnapf"-Gruppe, Achim Schütz, geführt. Es diente der Vorbereitung einer Veröffentlichung über den Bonner Hundetrainer Martin Rütter, dessen gemeinsame Firma mit der Fressnapf sämtlichen 23 Mitarbeitern zum Ende dieses Monats gekündigt hat.

Wir haben über dieses Thema bereits in der "Pferderegion" geschrieben und insbesondere auch über die ziemlich uncoole Reaktion von Rütter auf kritische Presseanfragen. Auch das hat eine lange und wechselvolle Vorgeschichte.

Von Achim Schütz wollte ich nun wissen, wie die Fressnapf zukünftig mit der Dox Network und ihrem Partner Martin Rütter umgeht. Und war nach einer halben Stunde nur begrenzt schlauer. Denn die Fressnapf will sich zu den Vorgängen um die Dox Network, insbesondere wohl auch nicht zu den Fragen nach bereits 2007 aufgetauchten bilanziellen Defiziten, nicht mehr äußern.

Immerhin soviel war von Schütz heute zu erfahren: Eine Zusammenarbeit mit Martin Rütter in Sachen Hundeschulen werde es nicht mehr geben.

Das klingt soweit unspektakulär, wirft aber neue Fragen auf: Denn auch wenn die Fressnapf damit nun einen deutlichen Schlußstrich unter das Thema Hundeschulen zieht, taucht der Name der Dox Network GmbH (deren Website zwischenzeitlich gelöscht wurde) nach wie vor im Umfeld von Martin Rütter auf. So werden gleich bei mehreren Standorten Allgemeine Geschäftsbedingungen der DOX Network GmbH präsentiert.

Rütter, der mit seiner Firma MINA Trading GmbH weiter Franchisenehmer für das DOGS-Netzwerk sucht, präsentiert auf seiner Website insgesamt 45 Standorte. Was nach einer Erfolgsstory in Sachen Hundeschulen aussieht, entpuppt sich allerdings bei genauem Hinsehen als eine Art potemkinsches Dorf: Tatsächlich handelt es sich bei mindestens 20 von 45 Standorten um Duplikate. Da werden aus dem Franchisenehmer in Aachen-Herzogenrath die Standorte "Aachen" und "Herzogenrath", andere Namen tauchen gleich unter drei (benachbarten) Ortsnamen auf. Erst beim Blick auf die Karte wird diese kreative Darstellung wirklich deutlich.

Wir haben Martin Rütter heute nachmittag einen umfangreichen Fragenkatalog zu unseren Recherchen geschickt und um eine Stellungnahme gebeten. Die bisherigen Erfahrungen lassen vermuten, dass er sich damit vielleicht etwas schwer tun wird. Auch gegenüber Franchise-Interessenten scheint das so zu sein: Ein Teilnehmer des letzten Infotages von Rütter am 7. März in Bonn berichtet, kritische Fragen (z.B. zum Umzug der MINA Tradring von Erftstadt nach Bonn) seien kurz und knapp abgewehrt worden.

Martin Rütter: Journalist fragt, Anwalt antwortet

[Dieser Beitrag wurde im Original bei der Zeitung "Die Pferderegion" veröffentlicht]

[Update: Wir würden gerne mit derzeitigen oder ehemaligen Franchisenehmern oder Mitarbeitern von Martin Rütter ins Gespräch kommen. Auf Wunsch vertraulich. kontakt@die-pferderegion.de]

Der Journalist Florian Ditges ist nicht irgendwer. Als Mitglied im "Netzwerk Recherche" und Autor eines viel beachteten Buches über Krisenkommunikation weiß der Mann, wann bei ihm die Alarmglocken klingeln müssen. Und zwar die Art Alarmglocken, die sagen: ‚Du hast bei Deinen Recherchen einen wunden Punkt erreicht, jetzt wird es spannend‘.

Am Freitag hat Ditges im Bonner General Anzeiger einen Bericht über den Hundetrainer Martin Rütter veröffentlich, dessen gemeinsam mit der Fressnapf betriebene Firma "Dox Network" allen Mitarbeitern gekündigt hat. Schon zu diesem Bericht, aber auch für die Folgerecherchen, hat Florian Ditges einen umfangreichen Katalog von Fragen an Rütter geschickt, um seine bisherigen Rechercheergebnisse abzusichern. Das gehört sich so, zumal die Recherchen den Verdacht ergeben haben, dass sowohl die "Dox Network GmbH" als auch Rütters ältere Firma, die "MINA Trading GmbH", bereits 2007 bilanziell überschuldet waren. Das würde angesichts der aktuell ausgesprochenen Kündigungen an sämtliche Mitarbeiter durchaus weitere Fragen aufwerfen.

Diese Fragen an Martin Rütter wurden auch prompt beantwortet – allerdings von dessen Anwalt. Und das ist gleich in doppelter Hinsicht spannend:

Zum einen zeichnet es ein etwas irritierendes Bild von einem Menschen, der sich in seinen TV-Aufritten gerne als kommunikativ begabter Mensch darstellt.

Zum anderen – wichtiger – fällt auf, dass sich der Anwalt von Rütter zwar zwar ausufernd über die angebliche "Vernachlässigung der journalistischen Sorgfaltspflicht" beschwert, gleichzeitig aber nicht der von Ditges vorgelegten Behauptung widerspricht, sowohl Dox Network als auch MINA Trading seien zum 31.12.2007 bilanziell insolvent gewesen. Ditges hatte geschrieben:

"Ausweislich der uns vorliegenden aktuellen Geschäftsbilanzen sind sowohl die M.I.N.A. Trading GmbH als auch die Dox Network GmbH zum 31.12.2007 quasi insolvent. Auf Basis welcher finanzieller Grundlagen betreiben Sie die beiden GmbHs weiter?"

Der Anwalt, der sich auf seiner Website als Rechtsberater mit den Interessenschwerpunkten Gesellschafts- und Presserecht vorstellt und Martin Rütter nach eigenen Angaben "dauerhaft anwaltlich" vertritt, formuliert in seiner Antwort stattdessen:

"Falsch ist Ihre Behauptung, die M.I.N.A. Trading GmbH und/oder die DOX Networks GmbH sei insolvent oder quasi insolvent. Die finanzielle Situation der M.I.N.A. Trading GmbH ist solide."

Nun würde man Martin Rütter möglicherweise unrecht tun, wenn man aus dieser Stellungnahme seines Anwaltes quasi im Rückkehrschluß herauslesen wollte, die bilanzielle Überschuldung Stand Ende 2007 sei damit zugestanden. Dennoch läßt es aufhorchen, denn das gezielte Bestreiten oder Nicht-Bestreiten gehört zum wichtigsten täglichen Anwaltsgeschäft.

In jedem Fall aber läßt die Rütter-per-Anwalt-Antwort damit eine zentrale Frage in den Recherchen von Florian Ditges offen – was mit Blick auf die Franchise-Pläne von Rütter kaum klug sein kann. Denn Ditges ist kein Anfänger in diesem Geschäft und hat seine Recherchen ohnehin gut abgesichert: So haben ihm Fachleute längst bestätigt, dass die (von Gesetzes wegen zu veröffentlichenden) Bilanzen beider Firmen einen Fehlbetrag ausweisen, sprich: zum 31.12.2007 mehr Verbindlichkeiten als Vermögen hatten.

Das muß mit Blick auf heute natürlich nichts bedeuten. Beiden Firmen können heute, entsprechend der Einlassung von Rütters Anwalt, "solide" sein. Fakt ist: Das weiß nur Rütter selbst. Und der könnte, muß aber nicht, zu entsprechenden Fragen von Jounalisten Stellung nehmen und erklären, warum die "solide" Firma Dox Network dennoch alle Mitarbeiter gekündigt hat.

Die journalistische Erfahrung lehrt: In vielen Fällen, in denen konkrete Fragen plötzlich per Anwalt beantwortet werden, hat der Journalist mit seiner Frage einen schwierigen Punkt getroffen. Nicht immer, aber oft. Und Ditges wäre kein guter Journalist, wenn er nicht spätestens jetzt noch genauer das Franchise-System von Rütter hinterfragt, das seinenTeilnehmern bis zu 18 Prozent der Umsätze und tausende Euros für eine Ausbildung abverlangt. Auch, wenn er nun wohl kaum noch auf eine direkte Beantwortung seiner Fragen hoffen kann. Und Ditges wird mit seinen Fragen nicht lange alleine bleiben, wie die aktuellen Diskussionen in Internetforen zeigen.

Gemeinschaftsunternehmen von Martin Rütter und Fressnapf kündigt alle Mitarbeiter

[Hinweis: Dieser Beitrag wurde im Original bei der Zeitung „Die Pferderegion“ veröffentlicht]
[Update: Wir würden gerne mit derzeitigen oder ehemaligen Franchisenehmern oder Mitarbeitern von Martin Rütter ins Gespräch kommen. Auf Wunsch vertraulich. kontakt@die-pferderegion.de]

Die Krefelder "Dox Network GmbH" trennt sich bundesweit von allen 23 Mitarbeitern und stellt den Betrieb eigener Hundeschulen nach dem Konzept von Martin Rütter ein. Der will jetzt alleine weitermachen.

Der Hundetrainer Martin Rütter ist in den letzten Jahren als Protagonist verschiedener Fernsehsendungen und als Buchautor bekannt geworden. In den Formaten "Eine Coach für alle Felle" (WDR) oder "Der Hundeprofi" (VOX) stellte er seine "D.O.G.S." genannten Ausbildungskonzepte für gewaltfreien Umgang mit Hunden vor und begeisterte so ein großes Publikum. Die dadurch erlangte Bekanntheit will Rütter schon seit einiger Zeit für den Aufbau eines bundesweiten Netzes von Hundeschulen nutzen, die als "Zentren für Menschen mit Hund" die Lehren von Rütter vermitteln sollen.

Ein zu diesem Zweck gemeinsam mit der Krefelder Tierhandelskette "Fressnapf" betriebenes Unternehmen ist aber nun spektakulär gescheitert. Die "Dox Network GmbH" sollte mit festangestellten Hundetrainern Kunden für das Rütter-Konzept gewinnen und hatte zu diesem Zweck bereits neun Standorte gegründet. Nach zwei Jahren "Probebetrieb" ist jetzt Schluß: Zum 31. März hat die Firma allen Mitarbeitern gekündigt und verzichtet fortan auf den Betrieb der Hundeschulen. Die Entscheidung steht in auffälligem Kontrast zu den aktuellen Erfolgsmeldungen der Handelskette Fressnapf, die in aktuellen Pressemitteilungen verkündet, die "Tierliebe kennt keine keine Krise". Zumindest für die Ausbildung von Hunden scheint das nicht zu gelten.

"Keine kurzfristige Entscheidung"

Wie Martin Rütter in einer Stellungnahme gegenüber dem Bonner General Anzeiger erklärte, sei dies "keine kurzfristige Entscheidung, sondern die logische Konsequenz nach einer zweijährigen Testphase, in der sich die Auslastung nicht schnell genug eingestellt hatte". Im Klartext: Die "Zentren für Menschen mit Hund" haben nicht genug Kunden angezogen, um die laufenden Kosten und die Mitarbeiter zu bezahlen.

Deren Zukunft ist jetzt ungewíß. Nach Angaben von Rütter seien allen Festangestellten Ersatzbeschäftigungen angeboten worden, unter anderem im Bereich der Fressnapf oder in Martin Rütters eigener Firma, der "MINA Trading Gmbh".

Diese Firma, die seit kurzem ihren Sitz von Erftstadt nach Bonn verlagert hat, will nach Angaben von Rütter auch die bestehenden neun Zentren der Dox Network in ihr Franchise-Netzwerk integrieren. Rütter ist Alleingesellschafter der MINA Trading und verfolgt mit ihr ebenfalls den Aufbau eines bundesweiten Netzes aus Hundeschulen – allerdings mit einem Franchisekonzept. Einige der bislang festangestellten Mitarbeiten der Zentren für Menschen mit Hund sollen daher auch das Angebot erhalten, den jeweiligen Standort innerhalb des Franchisesystems fortzuführen. Die Jobangebote für festangestellte Coaches hat die MINA Trading zwischenzeitlich von ihren Internetseiten gelöscht.

Franchise-System mit ungewissen Aussichten

Rütter bietet bereits seit einiger Zeit bundesweit Interessierten an, eine Hundeschule nach dem "D.O.G.S."-System aufzubauen und zu betreiben. Voraussetzung ist eine fast einjährige Ausbildung bei Rütter, für die der Hundetrainer den Aspiranten nach eigenen Angaben rund 9.500,- Euro abverlangt. Die Absolventen dürfen anschließend in einem strengen Regeln unterworfenen System eine Hundeschule betreiben und von Rütters Bekanntheit aus den Fernsehserien profitieren. Der Trainer wirbt neue Franchisenehmer ausdrücklich mit seinem Verweis auf die beständige Medienpräsenz.

Franchisenehmer müssen für den laufenden Betrieb der Hundeschulen eine monatliche Pauschale von 350,- Euro an die MINA Trading überweisen. Hinzu kommt eine umsatzbezogene Gebühr von zehn bis 18 Prozent, was weitaus mehr als in den meisten etablierten Franchise-Systemen ist. Zum Vergleich: Die nun aus der Unternehmung mit Rütter ausgestiegene Handelskette Fressnapf in Krefeld verlangt Ihren Franchisenehmern lediglich 1,65 % vom laufenden Umsatz ab.

Nach Informationen der "Pferderegion" verlangen die "D.O.G.S."-Hundeschulen zwischen 20 und 50 Euro für eine Stunde Hundetraining, je nach Zahl der Teilnehmer oder gwünschtem Individualtraining. Offensichtlich haben sich für diese Preisspanne im Betrieb der "Dox Network GmbH" nicht ausreichend Kunden gefunden, um die Kosten für festangestellte Coaches einzuspielen. Es kann daher durchaus Zweifel daran geben, dass der Betrieb innerhalb eines Franchisesystems erfolgreicher möglich ist – denn die Franchisenehmer selbst müssen nun die kompletten Betriebskosten der "Zentren für Menschen mit Hund" betreiben".

Undurchsichtige Informationspolitik

Martin Rütter selbst geht wenig offensiv mit dem Scheitern des "Dox Network" Konzeptes um. Der Hundetrainer, der aktuell mit dem Kölner Privatsender "VOX" an einer neuen Staffel von "Der Hundeprofi" arbeitet (ab Mai zu sehen), ist bislang nur gute Presse gewöhnt: In der traditionell nicht übermäßig kritischen deutschen Heimtierpresse erschienen bislang nur Berichte über die trainerische Arbeit von Rütter, dem selbst von Kritikern ein geschickter Umgang mit Menschen und Hunden bescheinigt wird. Mit dem Franchisesystem von Rütter haben sich Journalisten dagegen bislang noch nie detailiert beschäftigt. Möglicherweise reagiert Rütter auch deshalb so sensibel auf Anfragen zu seinen Konzepten und Firmen.

Nachfragenden Journalisten wird allerdings nicht nur nach unseren Erfahrungen schnell die Antwort verweigert, wenn zu hartnäckig nach den Hintergründen des Franchise-Systems oder der Dox Network gefragt wird. Auch die Fressnapf hat sich nach Auskunft von Kollegen bislang durch Schweigen solchen Fragen entzogen.

Während Rütter sich in den letzten zwei Wochen bei Kontakten mit der "Pferderegion" zunächst gesprächsbereit zeigte, wurde für ein mehrfach angefragtes Interview nun erst ein Termin im Mai angeboten – mit Hinweis darauf, dann könne man direkt über ein neues Buch und den Start der neuen Staffel von "Der Hundeprofi" sprechen.