Kein Glück mit der Fuchsjagd

Es läuft gerade nicht gut für die Jägerschaft im Kreis Euskirchen. Nachdem der 2. Vorsitzende Johann Jütten vor einigen Wochen zum fröhlichen Halali in allen Jagdbezirken aufgerufen und als Wunschziel 100 tote Füchse benannt hat, musste sein Vorsitzender die geplante Hatz nun absagen. Strafanzeigen, eine Petition, Kritik aus Verbänden und Politik – das alles dürften sich die Jäger, die die Bevölkerung durch „Berichte in der Lokalpresse“ für sich einnehmen wollten, anders vorgestellt haben.

Das ist natürlich nicht wirklich das Ende der Fuchsjagd. Aber es ist vielleicht ein deutlicher Wink an die Jagdlobby, dass weder „die Bevölkerung“ noch „die Lokalpresse“ sich weiter einfach erzählen lassen, die Fuchsjagd sei wichtig, weil wir sonst alle sterben werden. So ungefähr klingt es nämlich, wenn der Vorsitzende der Kreisjägerschaft selbst jetzt noch erzählt, die Bejagung sei zum Schutz vor Bandwürmern oder Tollwut notwendig. Das erzählt er einer Bevölkerung, die überwiegend viel eher das Problem hat, dass ihre Kinder vielleicht in ihrem ganzen Leben keinen wilden Fuchs mehr zu Gesicht bekommen.

Wer einmal Füchs aus der Nähe erlebt hat, wird das nicht mehr vergessen. Und er wird sich daran erinnern, wenn wieder einmal Jäger dutzende Fuchskadaver in den Schnee legen und der Presse erzählen, was für ein großartiges Gefühl das war, die alle totzuschießen. So wie hier, zum Beispiel.

Und ja, das war auch die Kreisjägerschaft in Euskirchen.

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