Archive for the ‘Datenschutz’ Category

Soforthilfen-Betrug: Von der Digitalkompetenz der Landesregierung in NRW

Die Landesregierung NRW hat sich heute — vertreten durch ihre Minister Reul und Pinkwart — zum Sachstand hinsichtlich der Betrugsversuche rund um die digitale Antragsstellung für finanzielle Soforthilfen geäußert. Es war, kurz gesagt, ein Desaster. Insbesondere der sichtlich und hörbar mit der Thematik überforderte Innenminister Reul hinterließ mit seinem Auftritt mehr Fragen, als er Antworten geben konnte. Für Freiberufler und Solo-Selbständige gibt es aber auch aus anderem Grund Anlaß zur Sorge. Read On…

Warnung: Massive Phishing-Attacke zu Corona-Themen

Ich habe das schon oft hier wiederholt, aber heute gibt es erneut Anlass dazu: Derzeit versuchen Betrüger massiv und in unterschiedlichsten Szenarien, die Unsicherheiten und Ängste rund um Corona auszunutzen. Im Umlauf ist beispielsweise die oben abgebildete E-Mail, mit der die Absender versuchen, an die persönlichen Daten von Betrieben und Betriebsinhabern zu kommen. Man braucht nicht viel Phantasie um zu ahnen, für wie viele Zwecke sich diese Daten nutzen lassen. Read On…

Das (keineswegs einzigartige) Buchbinder-Desaster


Für Menschen, die schon mal beruflich oder privat irgendwo ein Auto gemietet haben, könnte sich eine E-Mail an die Firma Buchbinder lohnen. Nicht, weil es dort gerade wieder billiger Autos zu mieten gäbe, sondern, weil die Firma Buchbinder offensichtlich ihre Kunden- und Mietwagendatenbank für längere Zeit zum Download bereitgestellt hat. Nicht absichtlich vermutlich, aber gleichwohl für jedermann. Zehn Terrabyte Daten von rund drei Millionen Kunden, darunter auch Adressen und Telefonnummern von Politikern und Prominten standen wochenlang frei zugänglich im Netz, wie DIE ZEIT und HEISE ONLINE berichten. Wer davon betroffen sein könnte, sollte durch ein Auskunftsersuchen nach Artikel 15 der EU-DSGVO herausfinden, welche Daten von ihm verarbeitet wurden. Read On…

Was geht noch, wenn das Smartphone weg ist?

Vor ein paar Wochen hatte mich die Handwerkskammer Köln um einen Schulungstermin für Mitglieder in Sachen Datenschutz gebeten, der zu meiner Freude gut besucht war. Und wenn da schon jede Menge praxisnaher Anwender sitzen, teste ich natürlich auch gerne, wie gut die auf den Störungsfall vorbereitet sind.

Die meisten Besucher meiner Seminare erwarten, dass das Thema Datenschutz sich vor allem um die Vertraulichkeit von Daten und dem Schutz dieser Vertraulichkeit dreht. Dabei ist Vertraulichkeit nur ein (wenn auch großer) Schutzbereich der DSGVO. Die in der Praxis meistens völlig unterschätzten Themen „Verfügbarkeit“ und „Integrität“ betrachten offensichtlich viele eher als ihre Privatangelegenheit und irren damit gewaltig. Read On…

Kein Update, kein Mitleid (II)

Ja, richtig, wir hatten das Thema gerade erst. Aber wenn der amerikanische Geheimdienst NSA Sicherheitslücken in einem flächig verbreiteten Betriebssystem entgegen seiner täglicher Übung nicht gegen eigene und fremde Bürger einsetzt sondern an den Hersteller meldet, sollte einem das zu denken geben. Microsoft hat heute Patches gegen eine ziemlich üble Sicherheitslücke veröffentlicht, die offensichtlich schon länger in Windows zuhause ist.

"An attacker could exploit the vulnerability by using a spoofed code-signing certificate to sign a malicious executable, making it appear the file was from a trusted, legitimate source. The user would have no way of knowing the file was malicious, because the digital signature would appear to be from a trusted provider.
Microsoft

Ein ordentlich konfiguriertes Windows sollte den Patch automatisch ziehen aber eine manuelle Kontrolle dürfte in diesem Fall nichts schaden. Nicht nur in diesem Fall gilt zudem: Auf keinen Fall angebliche Patches von irgendwelchen Websites ziehen, sondern das Update ausschließlich über die normale Windows-Update-Funktion beziehen.

Kein Update, kein Mitleid.

Ab dem 14. Januar 2020 – also seit gestern – gilt: Kein Update, kein Mitleid. Microsoft hat final das letzte Sicherheitsupdate für Windows 7 verteilt, ab jetzt ist ein PC mit diesem Betriebssystem Freiwild in der Welt da draußen. Ich sage das insbesondere mit Blick auf die zahlreichen Windows-7-PCs, die ich immer noch jeden Tag bei Mandanten, Anwaltskollegen und Bekannten sehe.

Es gibt bekanntlich für alles eine passende Ausrede, im Falle von Windows 7 sind die aber seit gestern am Ende. Das gilt übrigens auch aus rechtlicher Sicht, denn jeder, der personenbezogene Daten verarbeitet — also jeder, der auch gewerblich oder freiberuflich einer Tätigkeit nachgeht — ist verpflichtet, dies nach dem aktuellen Stand der Technik zu tun. Spätestens seit gestern fällt ein PC mit Windows 7 nicht mehr unter diese Definition. Das kann, auch ohne konkreten Datenschutzvorfall, zu einem Bussgeld führen. In der Praxis relevanter dürfte aber das Risiko sein, dass ein solcher PC durch Schadsoftware aus dem Tritt gerät und die darauf gespeicherten Unternehmensdaten verlorengehen. In solchen Fällen kann man nur viel Glück bei der nächsten Steuerprüfung wünschen, denn die umfasst heutzutage auch den Einblick in die elektronischen Daten.

Bei Heise gibt es nochmal kompakt Tipps und Hinweise zum Umstieg auf ein aktuelles Betriebssystem. Wer die nicht beherzigt, kann im Schadensfall von mir Hilfe bekommen, aber ganz sicher kein Mitleid.