Amtsveterinär zu Ausgangssperren: „Wir wissen da auch noch nix genaues.“

In einer Sendung von WDR Tiere suchen ein Zuhause war heute u.a. der Leiter des Euskirchener Veterinäramtes, Dr. Jochen Weins, zu Gast. Wie zu erwarten, kam in der per Facebook und Youtube übertragenen Sendung auch die Frage nach den Folgen einer Ausgangssperre für die Versorgung von Tieren auf. Diesbezüglich konnte Weins – mangels konkreter Verfügungen in Nordrhein-Westfalen – nur spekulieren, bestätigte aber mit seiner Antwort, dass es da je nach Ausgangslage unterschiedliche Sichtweisen geben kann. Darüber sei im Detail noch nicht gesprochen worden, sagte Weins.

Eine Ausgangssperre werde aber wohl auch Pferdebesitzer betreffen, so Weins, denn deren Tiere würden ja „im Pferdestall“ versorgt. Das entspricht meiner schon geäußerten Warnung, dass jedenfalls solche Pferdebesitzer, die ihre Tiere in Vollpension untergestellt haben, sich auf Diskussionen einrichten dürfen. Aus rechtlicher Sicht ist nämlich in diesen Fällen eine Versorgung durch den Pferdebesitzer nämlich wenigstens solange nicht nötig, wie der Pferdebetrieb einen regulären Betrieb sicherstellen kann.

Diese erste Einschätzung bestätigt die Befürchtung vieler Pferdebesitzer, dass überstürzt gezimmerte Ausgangssperren möglicherweise erhebliche Folgen für die Versorgung von Pferden haben könnten. De facto sind die wenigsten Pferdebetriebe darauf ausgelegt, komplett ohne die Unterstützung der Besitzer größere Zahlen an Pferden über längere Zeit zu versorgen und zu bewegen. In kleinen Ställen hängt die Versorgung streckenweise an einer Person, obwohl die Pferdebesitzer mithelfen — nämlich immer dann, wenn wichtige Betriebsmittel oder der Zugang zu Futter und Einstreu an eine bestimmte Person gekoppelt ist. Wird die krank, droht auch innerhalb des Stalles der Katastrophenfall. Dem gilt es frühzeitig durch entsprechende Organisation und Absprachen entgegenzutreten, wofür wiederum der Zugang zum Stall möglich sein muss.

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